Seite 89 von 121

„Passat“ – Fockmast (Teil 2)

Und wenn dann die weiteren fünf Segel und Rahen fertig sind, dann sieht es auf der Schneidmatte wahrscheinlich so aus…

Passat 224 Passat 225

Am Fockmast selbst geht es mit dem Anbringen der Stage und Pardunen weiter, was dann schon recht wuselig wirkt.

Passat 226 Passat 227 Passat 228

Nun müssen die Rahen an Mast und Stenge geklebt werden. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die Rahen niemals quer zum Schiffsrumpf stehen, sondern immer leicht achterlich. Welche Seite nun nach achtern zeigt ist wohl egal. Ich habe mich am Vorbild in Travemünde orientiert und die Backbordseite nach hinten gedreht. Die erste angeklebte Rah legt den Winkel fest, wie weit die Rahen nach hinten zeigen.

Passat 229

Wenn der Kleber dieser ersten Rah richtig getrocknet ist, kann der Mast der Einfachheit halber umgedreht und die anderen Rahen angeklebt werden.

Weil ich zwischendurch einfach ein paar größere Teile ausschneiden und zusammenkleben wollte, habe ich parallel zur „Passat“ die Häuser der „Deichstraße“ gebaut, die man im Hintergrund sieht.

Passat 230

So sieht bei mir der fertige Fockmast aus … das Gewusel an Fäden wird größer, aber – noch einmal – wer sich ausreichend mit der Takelage beschäftigt, der weiß genau welches Garn später wohin gehört. Versprochen!

Passat 231Passat 232

Und wieder eine Stellprobe des kompletten Fockmastes…

Passat 233 Passat 234

„Passat“ – Segelherstellung

An dieser Stelle möchte ich die Herstellung der Segel einschieben, weil diese zusammengerollt auf die Rahen geklebt werden sollen.

Im Baubogen ist eine Papiervorlage aller Segel beigelegt. Meine „Passat“ sollte keine gesetzten Segel bekommen, weil das für ein Wasserlinienmodell ohne raue See einfach nicht realistisch aussieht. Wie stellt man nun aber geborgene Segel dar, die auf der Rah angeschlagen sind?

Ich habe dazu die Bogenvorlage genommen, die Kontur der Segel auf ein Papiertaschentuch übertragen und diese ausgeschnitten.

Passat 213

Dann habe ich etwas Wasser und Weißleim  in eine Untertasse gegeben und gut vermengt.

Passat 214 Passat 215

Tests haben ergeben, dass von den vier Lagen des Taschentuches nur zwei benötigt werden, um realistische Segel darzustellen. Diese beiden Lagen sind deckungsgleich in die Flüssigkeit zu legen, damit sie sich mit dem verdünnten Weißleim vollsaugen können.

Passat 216

Dann wird das „Segel“ mit beiden Daumen und Zeigefingern zusammengeschoben, aus der Flüssigkeit gehoben und die überschüssige Flüssigkeit ausgedrückt.

Passat 217 Passat 218 Passat 219

Das noch feuchte „Segel“ kommt auf eine Unterlage und wird an mehreren Stellen zusammengebunden. Sind alle Knoten mit ganz wenig Sekundenkleber versorgt, kann das Segel auf die Breite der Rah abgeschnitten werden. Ich habe mich auf den gelben Teil der Rah beschränkt.

Passat 220 Passat 221 Passat 222

Zuletzt kann die Rah, im unteren Bild schon mit den Fußpferden aus dem Ätzteilsatz, auf das Segel geklebt werden.

Passat 223

Und so geht es dann Rah für Rah weiter.

„Passat“ – Fockmast (Teil 1)

Ich hatte es schon mehrfach angedeutet, dass man sich viele Gedanken um die Ausführung einer halbwegs vernünftigen und plausiblen Takelage machen muss. Ich habe mir dazu für jeden Mast eine Skizze gefertigt, welche die Anordnung der „Garnführungen“ zeigt. Wo werden wie viele Toppnanten und Pardunen befestigt bzw. geführt? Wo müssen die Rahfallen durch den Mast gesteckt werden? Das gilt jeweils für den Mast, die Stenge und die Rahen! Für den Fockmast kann es dann so aussehen …

Passat 198

Der erste Bauschritt ist also, dass der Mast und die Stenge gerundet und mit einem passend zugeschliffenen Rundholz (kein Schaschlikspieß!!!) verstärkt werden. Wer nun fragt „Holz arbeitet doch, verzieht sich das denn nicht?“, dem sei gesagt: „Nein“. Das gilt zumindest dann, wenn die Stage, Wanten und Pardunen vernünftig und vor allen Dingen stramm gesetzt werden. Bei meiner „Passat“, die ja nun immerhin schon 5 Jahre alt wird, hat sich (bisher) nichts verzogen!

Passat 199

An den entsprechenden Stellen an Mast und Stege habe ich ein kleines Loch gebohrt, damit die Rahfallen durchgefädelt werden können.

Passat 200 Passat 201

Weiter geht es mit den Salings (Podesten).

Passat 202 Passat 203

An den entsprechenden Stellen, die ich meiner Skizze entnommen habe, sind Augen angebracht. Diese Takelhilfen sind wieder dem Ätzteilsatz der „Preussen“ entnommen und mit Sekundenkleber angeklebt.

Passat 204 Passat 205

Im folgenden Bild ist der Mast zum ersten Mal aufgestellt – zumindest provisorisch…

Passat 206

Dann sind die Rahen an der Reihe. Auch hier gilt: rollen der Rahen und Löcher durchstechen für die verschiedenen Garne. Des Weiteren sind die schon bekannten Augen aus Garn zu fertigen und an den der Skizze entnommen Stellen anzubringen.

Passat 207 Passat 208 Passat 209 Passat 210 Passat 211 Passat 212

Verstärkt habe ich die Rahen nicht mit Rundhölzern sondern mit Federstahldraht. Das hat später den Vorteil, dass man die Takelage richtig spannen kann, ohne dass die Rahen zu knicken drohen.

„Passat“ – Klüverbaum

Wo und was ist der „Klüver“? Ein Brauhaus im Hafen von Neustadt/Holstein mit leckerem Bier und Speisen! Stimmt … aber … in diesem Fall wird als Klüver oder Klüverbaum ein Rundholz bezeichnet, das über das Vorschiff eines Segelschiffes hinausragt. Weitere Infos hier bei Wikipedia.

Und wo wir gerade bei „Rundhölzern“ sind, folgen hier als Einstimmung auf die bevorstehende Takelage die Bezeichnungen der Masten und Stengen.

Masten

(1) Fockmast, (2) Großmast, (3) Kreuzmast, (4) Besanmast. Die Verlängerung des Mastes oberhalb der oberen Saling (Podest) wird als Stenge bezeichnet.

Und nun die Bezeichnungen der Rahen…

Masten und Rahen

(1) Vorunterrah, (2) Voruntermarsrah und Vorobermarsrah, (3) VorUnterbramrah und Voroberbramrah, (4) Vorroyalrah, (5) Großunterrah, (6) Großuntermarsrah und Großobermarsrah, (7) Großunterbramrah und Großoberbramrah, (8) Großroyalrah, (9) Kreuzunterrah (auch Begienrah), (10) Kreuzuntermarsrah und Kreuzobermarsrah, (11) Kreuzunterbramrah und Kreuzoberbramrah, (12) Kreuzroyalrah, (13) Besanbaum, (14) Besangaffel, (15) Besanobergaffel, (16) Klüverbaum

Später im Baubericht folgen noch die Erläuterungen zu Wanten, Pardunen und Toppnanten.

Nun aber zum Bau des Klüvers. Zunächst ein Bild vom Original. Gut zu erkennen sind die fünf Stage, die von diesem Baum zum Fockmast gehen.

Klüverbaum

Wie kann man nun diese Stage an dem Baum befestigen? Dazu habe ich mir kleine Ösen aus Garn ausgedacht, die ich durch Löcher im Karton in die mit Holz verstärkte Klüver-„Röhre“ stecke.

Passat 186 Passat 187 Passat 188

Wie bastelt man nun diese kleinen Ösen? Ich lege eine Bucht (1) von etwa 2cm Länge in eine selbstschließende Pinzette und bereite einen Überhandknoten vor (2).

Passat 189

Diesen Knoten stülpe ich über die Bucht und ziehe den Knoten so zusammen, dass nur ganz wenig der Bucht als Auge übrig bleibt.

Passat 190 Passat 191

Anschließend kommt auf den Knoten ein wenig Sekundenkleber. Fertige Knoten sehen dann so aus…

Passat 192 Passat 193

Drei Enden des Garns werden nun direkt am Knoten abgeschnitten. Im obigen Bild sind es die beiden mit „x“ gekennzeichneten sowie ein Stück, welches sich zur Zeit der Aufnahme in der Pinzette befand. Dann wird das lange Ende bis zum Knoten durch ein Loch des Kartons gesteckt und mit Weißleim fixiert. Anschließend kann die bis hierhin noch offene Kartonröhre an der langen Seite verklebt werden. Nach der Trockenpause kommt der Holzstab hinein und der Klüverbaum ist fast fertig.

Passat 194

Fast fertig deshalb, weil in der Nähe des Bugspriets noch vier Umlenkrollen angebracht werden müssen. Diese sind, wie schon die Poller, aus der Isolierung des Kupferdrahtes entstanden und mit Sekundenkleber befestigt.

Passat 195

Nun kann der Klüver am Bugspriet angebracht werden. Und damit die Seeleute bei Arbeiten an und auf dem Klüver nicht ins Wasser fallen, gibt es zur Sicherung noch ein Klüvernetz (Leider sind die beiden folgenden Fotos etwas unscharf).

Passat 196 Passat 197

„Passat“ – Podeste, Kompasse, Spills, Winden

Die Podeste und Laufstege („Catwalks“) bekommen Handläufe, die angepasst werden müssen, aus dem schon erwähnten Ätzteilsatz.

Passat 156 Passat 157 Passat 158 Passat 159 Passat 160 Passat 161

Die drei Kompasse sind gemäß Anleitung zu bauen und auf ihre Positionen zu stellen.

Passat 162 Passat 163 Passat 164 Passat 165

Bei den unterschiedlichen Spills ist zu beachten, dass sie an die richtigen Positionen auf den Decks gestellt werden.

Passat 166 Passat 167 Passat 168 Passat 169

Weitaus anspruchsvoller geht es mit den Winden weiter.

Bevor ich nun zur Beschreibung der Winden übergehe, möchte ich jedem, der die Takelage halbwegs vernünftig bauen möchte, ans Herz legen, sich wenigstens mit der Funktion des Stehenden Gutes zu beschäftigen. Je mehr man über die Taue, Tampen, Seile und Drähte Bescheid weiß, desto einfacher ist später der Bau. Ich habe lange (und meine damit auch lange) über Bilder und Zeichnungen gesessen und mir Skizzen gefertigt, was alles in 1:250 möglich und sinnvoll ist und was nicht. Dabei bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass bei gesetzten Segeln von der Takelage nur noch wenig zu sehen sein dürfte. Deshalb war meine Entscheidung, die Segel in geborgenem Zustand darzustellen, schnell gefallen.

Zunächst sind die Brasswinden an der Reihe. Wer mehr über diese Winden wissen möchte, der klickt hier.

Passat 170 Passat 171 Passat 172

Bevor die einzelnen Teile der Winde zusammen geklebt werden, habe ich ein längeres Stück Garn (Serafil) als so genannten Brassdrahtläufer an der Trommel befestigt.

Passat 173 Passat 174

Eine Winde besteht aus sechs Trommeln, welche eine der drei unteren Rahen der drei vorderen Masten bewegen können. Die oberen drei Rahen der Masten werden von Muskelhand bewegt und die zughörigen Läufer werden auf die Nagelbänke direkt an den Masten belegt.

Passat 175 Passat 176

An Bord aufgestellt sieht es dann so aus…

Passat 177 Passat 178 Passat 179

Nun sind die Fallwinden an der Reihe, die fürs Heben und Senken der Rahen zuständig sind. Diese Winden habe ich nicht mit Garn bewickelt, weil dieses zuerst durch die Masten und Stengen geführt werden muss (kommt noch). Und das erschien mir leichter zu funktionieren, wenn das Garn nicht schon auf den Winden belegt ist, sondern später auf die Winden gelegt wird. Die Handräder stammen wieder aus dem Ätzteilsatz.

Passat 180 Passat 181 Passat 182 Passat 183 Passat 184 Passat 185

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »