jabietz Mein Name ist Andreas Jacobsen und ich bin 1960 in Lübeck geboren, der für mich schönsten Hansestadt der Welt. Seit Dezember 2013 lebe ich in Lübecks schönster Tochter, in Travemünde.

Mein Vater hat mich mit dem Kartonmodellbauvirus infiziert, als ich etwa 8 Jahre jung war. Ich erinnere mich noch genau an den ersten Bogen: Die U-Boote U4 – U7 von WHV. Nachdem ich das erste Boot fertig hatte, wollte ich ein anderes Modell bauen, aber mein Vater war hartnäckig und ich musste alle vier U-Boote bauen. Erst danach durfte ich den Bogen des Küstenwachboots „Niobe“ anschneiden und dann kam der U-Bootjäger „Thetis“ unter die Schere. Bis zum 16ten Lebensjahr habe ich wohl fast alle Modelle des WHV gebaut – nicht jedes ist dabei bis ins letzte Detail fertig geworden.

Mit 16 hat sich mein Freizeitinteresse verschoben und Fußball wurde so lange wichtiger, bis ich mit der ersten Freundin eine Wohnung hatte. Nach meiner Lehre zum Elektroinstallateur ging es zur Bundeswehr. Als Zeitsoldat wurde ich zum Unterwasserwaffenelektroniker (VR 36) ausgebildet und für gut fünf Jahre war das Unterseeboot „U1“ des 1. U-Bootgeschwaders in Kiel mein Stammboot. Nach der Marinezeit habe ich mit 29 Jahren ein FH-Studium begonnen und knapp vier Jahre später mit dem Titel „Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik“ abgeschlossen.

Nach vielen Jahren der Modellbauabstinenz habe ich mich ab 2003 einige Zeit am RC-Funktionsmodellbau versucht. Das ging leider nicht immer in der Wohnung, so dass ich mich im Sommer 2006 an den Kartonmodellbau erinnerte. Nach einiger Recherche hatte ich auch einen großen Shop in Hamburg gefunden, der eine Riesenauswahl an Bastelbögen im Regal hatte.
Mein Wiedereinstiegsmodell war im August 2006 das Gewässerschutzschiff „Mellum“, welches mir gleich meine bastlerischen Grenzen aufgezeigt, aber auch die Möglichkeiten der heutigen Zeit mit Lasercut- und Ätzteilen beschert hatte. Dazu kam eine weitere Neuerung: das Kantenfärben mit Aquarellstiften. Seit 2007 habe ich nun verschiedene Schiffsmodelle unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade und Verlage gebaut. Die Krönung war bisher der Einsatzgruppenversorger  „Frankfurt am Main“ der Marine, den ich aus mittlerweile über 7000 Einzelteilen in über 320 Stunden an mehr als 180 Basteltagen zusammengebaut habe. Nach Werftaufenthalten des Vorbildes versuche ich das Modell auf dem Laufenden zu halten.

Neben dem „normalen Basteln“ hatte ich auch sehr gerne Kontrollbauten für den leider 2013 verstorbenen Konstrukteur Peter Brandt machen dürfen. Der interessanteste Kontrollbau betraf den neuen Notschlepper der Nordsee, die „Nordic“. Hier war die besondere Herausforderung, dass das Modell zur Taufe des Vorbildes am 8.Dezember 2010 fertig sein sollte. Es hatte geklappt!

Im Dezember 2013 habe ich eine neue Herausforderung angenommen und versuche mich an der Konstruktion von Kartonmodellen, wobei sich das erste Modell, die Fähren „Rungholt/Nordfriesland“, auf Neuzeichnen und aktualisieren der Texturen und Details sowie Kontrollbau des bekannten Bogens aus der Feder von Peter Brandt beschränkte. 2014 habe ich die von Piet begonnene Konstruktion des Zollkreuzers „Helgoland/Borkum“ fortgeführt, mit dessen Kontrollbau vom SWATH-Rumpf ich im Mai 2013 begonnen hatte. Auch wenn schon viele Teile scheinbar ohne Rücksicht auf Kartonstärken von Piet abgewickelt wurden, so war noch jede Menge an der Aktualisierung der Texturen zu tun, denn die „Helgoland“ hat zwischenzeitlich viele Änderungen erfahren. Auch fehlten im Bogen noch jegliche Kleinteile, wie auch eine Bauteilnummerierung und es gab noch kein einziges Anleitungsbild.

Mein erstes eigenes Modell, welches ich von Grund auf selbst gezeichnet habe, ist das norwegische Dampfschiff „Børøysund“. Dieses Modell ist seit Mai 2016 mit einem Lasercutsatz erhältlich. Mit der entgegen allen Versprechungen verspäteten Veröffentlichung dieses Modells kam es zur längst fälligen Trennung meinerseits von dem Hamburger Modellbaubogen Verlag, denn die einzige Zuverlässigkeit in dem Verlag ist dessen Unzuverlässigkeit – und damit konnte und kann ich überhaupt nicht umgehen.

Nach dieser Trennung habe ich mir viele Gedanken über meine Modellbauzukunft gemacht und den Entschluss gefasst meinen eigenen Kleinverlag zu gründen, den „KvJ – Kartonmodellbaubogen von Jabietz“. Grundlage meines Verlags sind eigene Konstruktionen, die mit professionellen 12-Farben-Tintenstrahldruckern gedruckt werden. Dazu gibt es eine kombinierte Foto- und Textanleitung sowie eine Bauteilliste. Optional ist eine Ätzteil-Platine erhältlich, die wichtige filigrane Bauteile aus Karton ersetzen kann.

Folgenden Modellbaubögen sind in meinem Verlag bereits erschienen:

  • 02.2017: Seehafenassistenz-Schlepper „Bugsier 17/18“
  • 12.2017: Fregatte Klasse 122
  • 04.2018: Feuerschiff „Fehmarnbelt“
  • 10.2018: Schubboot „THYSSEN II“ mit Leichter Typ Europa II
  • 03.2019: Schnellboot Klasse 148
  • 12.2019: Forschungsschiff „Poseidon“
  • 03.2020: Schnellboot Klasse 143A
  • 03.2020: Pontonanlage
  • 12.2020: Mehrzweckschiff „Neuwerk“ mit Unterwasserrumpf
  • 01.2021: Unterwasserrumpf für „Bugsier 17/18“
  • 06.2021: Schwimmdock (100m)

Nach dem Großprojekt der „Neuwerk“ mit dem Dock sollte es mit einer etwas kleineren Konstruktion weitergehen. So sind die aktuellen Lotsenboote aus Travemünde und Kiel entstanden sowie der Leuchtturm Kiel mit Lotsenstation. Der Leuchtturm ist gerade beim Kontrollbauer.

Für mich ist für dieses Jahr Schluss mit dem Konstruieren. Ich brauche dringend eine Zeichenpause und werde mal wieder ein Modell nur für ich bauen.

Für 2022 ist der erste Modellbaubogen, das „5 Jahre KvJ-Jubiläumsmodell“, bereits komplett fertig. Dieser Bogen erscheint am 8.Februar 2022. Spätestens danach plane ich die Fortsetzung der Konstruktion der Fregatte „Hamburg“ der Klasse 124 (SACHSEN-Klasse). Mit der Veröffentlichung rechne ich nicht vor 2023.

In meinen ersten Flyern tauchte jedes Mal die „MS Finnmarken“ auf. Dieses Modell ist ebenfalls der Wunsch eines ganz lieben und für mich besonderen Modellbauers. Leider habe ich es (zuletzt auf Grund der Pandemie) immer noch nicht ins Hurtigruten-Museum nach Stokmarknes in Norwegen geschafft, um die benötigten Detailaufnahmen zu machen. Geplant ist die Reise jetzt im Frühsommer 2022, so dass ein Modell frühestens 2023 kommen könnte.

Ich habe noch viele weitere Ideen für Neukonstruktionen, die ich in den nächsten Jahren gerne machen möchte. Mein ganz großes Ziel ist irgendwann der Schwere Kreuzer „Admiral Scheer“, auf dem mein Vater (er wäre mit dem heutigen Tag 100 Jahre alt geworden) im Krieg gefahren ist, aber bis dahin wird noch eine Menge Wasser die Trave hinab fließen.

(Stand: 06.August 2021)