KÖF II in 1:87

Ich bin mit dem 275-Teile-Modell fertig bzw. das Modell mit mir und auch etwas Inneneinrichtung ist im Bogen geblieben. Ich kann gar nicht beschreiben wie klasse ich das Modell finde und hoffe, ich habe einen Weg zu einem „gut machbarem“ Modell gefunden, statt zu einem wegen der vielen Kleinstteile kaum noch bastelbaren Modell. Weil ich genau diese Klein- und Kleinstteile nicht mehr wollte, habe ich diejenigen Bauteile, bei denen sich das Papier beim Aussticheln mit dem Skalpell spaltete, „vorsichtshalber“ weggelassen. Eine Handvoll Bauteile sind aber trotzdem sehr dünn oder klein und durften einfach nicht fehlen.

Nach dem für mich begeisternden Modell der 1:45er Variante bin ich vom 1:87er noch begeisterter.

Des Weiteren habe ich mich auch entschieden im Maßstab 1:87 weiterzumachen und 1:45 für eigene Konstruktionen nicht weiter zu beachten. Ein nicht unerheblicher Grund ist, dass ich reiflich Überlegungen gemacht habe, die dazu führen könnten, dass ich mir tatsächlich noch eine elektrische Modelleisenbahnanlage aufbauen könnte. Bis zum Renteneintritt sind es nur noch 6 Monate und danach sollte doch wohl ausreichend Freizeit vorhanden sein. Und ich hätte die Möglichkeit sowie auch den Platz mir eine 6m lange Modulanlage mit 50cm Tiefe zu bauen.

Hinter einer 40cm hohen Kulisse wäre mit 20cm Tiefe auch noch Platz für den Ausbau mit einem Schattenbahnhof, was für zwei oder gar drei Gleise reichen dürfte. Auf dieser Anlage würden aus Kostengründen (Lokomotiven sind ja soooo teuer) wahrscheinlich nur ein oder zwei Züge digital fahren, aber ich könnte meine Kartonmodelle (mal sehen, wie viele es überhaupt werden) auf der Anlage platzieren und mit Gelände und eigenen Gebäuden schmücken. So, ist jedenfalls Stand heute, Weihnachten 2025, mein Plan … und ich kann mir vielleicht wirklich noch einmal wenigstens ein bisschen meinen Kindheitstraum erfüllen, auch wenn das alles nur kleine Hirngespinste sind.

Tja, und wenn ich so in mein Regal über dem Basteltisch schaue, dann finde ich mittlerweile vier KÖFs in unterschiedlichen Größen: 1:250, 1:87, 1:45 und aus Klemmbausteinen in 8w (8 Noppen breit).

Morgen beginnt dann der Anleitungs- und Kontrollbau des 1:87er Modellbaubogens.

KÖF II in 1:87

Zwischendurch habe ich mir noch eine „Radsatzlehre“ gebaut, damit die Räder später nicht herumeiern sondern gerade laufen.

Weil das Ding aus den LC-Teilen so hässlich war, bekam es eine Verkleidung.

Die Verkleidung war so doof und genauso unüberlegt, denn die Kartonstärke des 120g-Papiers trägt auf jeder Seite 0,15 mm auf. Beide Seiten zusammen ergeben 0,3mm zu viel und genau diese Breite fehlte mir beim Einbau der Radsätze zwischen den Längsrahmen. OK, die Räder drehen sich, aber sie schleifen etwas am Rahmen. Naja, dafür ist es ja auch „nur“ der konstruktionsbegleitende Bau, in den noch viele Änderungen eingehen.

KÖF II in 1:87

So, leeve Lüüd…

Ich wollte mir ja jetzt in der Weihnachtszeit überlegen, ob ich aus Platz-, Zeit- und Kostengründen weitere Eisenbahn-Konstruktionen in 1:87 (Spur H0) oder weiterhin in 1:45 (Spur Null) zeichne. Was liegt da näher als den Bogen meiner Köf II in CorelDraw ganz einfach von 1:45 auf 1:87 zu skalieren? Gesagt – getan!

Oha, die Bauteile werden ganz schön klein! Ich habe sämtlichen Bauteilen ein komplett neues Bogenlayout in DIN-A5 (viereinhalb Bogen sind es geworden) spendiert und dabei die Papierstärken der Bauteile angepasst.

LC-Teile auf 0,5mm bzw. gar 1mm wird es nicht mehr geben. Deswegen mussten natürlich auch diverse Markierungen von aufzuklebenden Bauteilen angepasst werden, weil diese auf Grund der Papierstärkenänderungen nicht mehr passten.

Irgendwann war ich soweit erstmal durch und konnte endlich den Anleitungsbau beginnen. Doch auch hier waren ziemlich schnell weitere Korrekturen fällig und aus dem geplanten Anleitungsbau ist ein konstruktionsbegleitender Bau geworden, denn es wird quasi eine Neukonstruktion, weil auch die Bauteile mehrerer Verdoppelungsflächen zusammengefasst werden konnten und sich auch eine neue Nummerierung anbot.

Mit dem Anbau der Achslager ist mir klar geworden, dass es nahezu unmöglich ist, einen von 1:45 auf 1:87 skalierten Modellbaubogen halbwegs vernünftig fertig zu bekommen, ohne dass man eine Menge Änderungen vornimmt, denn auch bei den angesprochenen Lagern musste ich auf Grund der Kartonstärke Kompromisse machen.

Hier ein Zwischenstand bevor es mit dem Führerstand weitergeht…

Die Anzahl der Bauteile bis hierhin hat sich von 222 auf 128 reduziert.

„Adler“ – Rauchkammer, Kessel, Feuerbüchse

Rauchkammer, Kessel und Feuerbüchse sind nun auch zusammengeklebt und ergeben ein recht hübsche und farbige Einheit.

Da ich nicht weiß, wie es mit dem Antrieb weitergehen könnte, warte ich mal unseren Urlaub ab, der uns auch ins DB-Museum nach Nürnberg bringen soll. Dort steht ein Nachbau des „Adler“ und könnte mir weiterhelfen.

Nachtrag  vom 1.Dezember 2025: Aktuell liegt die Fortsetzung der Konstruktion auf Eis, weil ich überlege, ob generell 1:45 der richtige Maßstab für mich ist. Meine Überlegungen gehen nun doch in Richtung 1:87.

„Tag der Schiene“…

… statt „Open Ship“. 

Wer hätte das noch vor einem Jahr gedacht, dass der olle Jabietz keine Schiffe mehr während eines OpenShips in Wilhelmshaven, Hamburg, Kiel, Eckernförde oder Warnemünde besucht, sondern sich auf Lokomotiven und anderes rollendes Material auf der Schiene freut.

Gestern war nun „Tag der Schiene“. An vielen Orten der Republik waren Veranstaltungen zu finden und so auch in Lübeck. Die Nordic Rail Service GmbH lud zum Besuch ihrer Fahrzeuge auf das Gelände. Hier war Chance sich zu allem zu erkundigen, was man schon immer von der Eisenbahn wissen wollte.

Star-Gast sollte eine V200 der Eisenbahnfreunde Nordwestmecklenburg e.V. mit drei historischen Reisezugwagen der ehemaligen DB sein. Die Ankunft der V200 in Lübeck wollte ich von der so genannten „Kamelbrücke“ aus fotografieren, die weit vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof alle Gleise überspannt. Bis zur Ankunft konnte ich diverse andere Züge ablichten, die hoffentlich ihren Regelfahrplan eingehalten haben, denn…

 

  

… die V200 verspätete sich aus Hamburg kommend um 15 Minuten.

 

Und in 20 Sekunden war schon wieder alles vorbei – d.h., die V200 war mit ihren Anhängseln vorbei. Also wieder aufs Fahrrad geschwungen und zur Ausstellungsfläche der NRS geradelt. Vor einer anderen Eisenbahnbrücke hatte man einen ersten sehr guten Überblick bekommen, was einen so erwartet.

Auf dem Gelände angekommen, begrüßten mich die Eisenbahnfreunde Bad Schwartau mit einer Modellbahn in Spur 0.

 

OK, das war einigermaßen interessant, aber draußen war es deutlich spannender, denn dort war die 151 062 – Das Schwarze Schaf – der Altmark Rail GmbH zu sehen, eine leistungsstarke E-Lok, die ursprünglich für den schweren Güterverkehr der DB entwickelt wurde.

Davor stand eine blaue Siemens Vectron 248. Das besondere dieser Lokomotive ist ihr Hybridantrieb (Dual Mode), bestehend aus einer Kombination von Diesel- und Elektromotor.

Ein Stück weiter stand der „kleine Bruder“, eine rote Vectron 249. Diese hat ebenfalls einen Hybridantrieb (Dual Mode light), allerdings mit geringerer Leistung des Dieselmotors und damit auch geringerer Geschwindigkeit.

Hier habe mich mich tatsächlich mal hinaufgeschwungen (hinauf geht noch – runter ist blöd) und mich in der Lok umsehen dürfen. Für Fragen an den anwesenden Lokführer war ich viel zu begeistert, dass ich hier „einfach so“ aufsteigen und alles fotografieren durfte, und deswegen fielen mir einfach keine Fragen ein.

Plötzlich war auch die V200 auf dem Gelände. Wie ich so vor ihr stehe und staune, fiel mir das Foto von mir und meinem Vater wieder ein, wo wir beide auf dem Teppich liegend unsere V200 auf den H0-Schienen bewunderten.

Rangiert wurde auf dem Gelände mit der V100 der NRS…

 

Zurück zur Vectron 249, dem Objekt meiner Begierde für einen geplanten Modellbaubogen … hier mit der MY 1131, einer NOHAB-Lokomotive oder auch „Rundnase“.

Eine alte V90 ist genauso zu bewundern und besichtigen gewesen…

… wie eine V60, die es mir deutlich mehr angetan hat und von der ich alleine 63 Fotos machen musste.

Stündlich pendelte ein MAN-Schienenbus der Reihe VT 25 vom Verein Historische Eisenbahn Holsteinische Schweiz e.V. (HEHS) mit Fahrgästen zwischen Ausstellungsgelände und Hauptbahnhof hin und her. Der Schienenbus wäre auch einen Modellbaubogen wert.

Oh, oh, was habe ich denn da noch gesehen? Eine KÖF III !!! Das wäre doch auch noch etwas für einen Modellbaubogen.

In der Werkstatthalle stand eine Siemens Smartron über der Grube, in die man sogar hinuntersteigen durfte. Hier gab es (dankenswerter Weise) keine Flatterbänder oder Hinweise, dass man sich die Rübe am Drehgestell oder anderen hervorstehenden Gehäusen anrumsen könnte. Wer das tat, war einfach selber Schuld.

Über der zweiten Grube stand ein Containertragwagen, dessen Drehgestelle gerade überholt werden und vor der Halle standen. Gut zu erkennen ist der Zapfen, der in die Drehgestelle kommt. Das war für mich alles Neuland und dermaßen überwältigend,…

… dass ich urplötzlich eine Art „Reizüberflutung“ bei mir bemerkte und nach drei Stunden nur noch schnell nach Hause wollte, um das Gesehene anhand meiner 420 gemachten Fotos zu verarbeiten. Ich war insgesamt so begeistert, dass ich wahrscheinlich viele Dinge überhaupt nicht gesehen oder entdeckt habe.

Mein Dank gilt den Mitarbeitern der NRS, die mit der Beteiligung an dem „Tag der Schiene“ tolle Arbeit geleistet haben. Ich komme nächstes Jahr auf jeden Fall wieder – nun weiß ich ja, was mich erwarten würde…

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