Nach dem gelungenen Appetithappen des Zollkreuzers „Helgoland“ im Maßstab 1:1250 möchte ich mit dem DGzRS-Rettungskreuzer „Hermann Marwede“ nachlegen. Dieser ist Bestandteil des Dioramas vom Hafen auf Helgoland. Der Bogen enthält vermutlich 36 Bauteile; bin mir bei der Teilezahl nicht sicher, wie auch bei anderen Modellen des Dioramas.
Zurück zum Modell. Fünf Bauteile der ersten Baugruppe sind zu verdoppeln. Auf die Grundplatte werden die drei verdoppelten weißen Flächen übereinander geklebt und mit dem nicht verdoppelten grünen Decksteil oben abgeschlossen.
Es folgt ein Querschott und davor mehrere Längsspanten, auf die das verdoppelte grüne Backdeck geklebt wird. Die Hinterkante des Decks schließt bündig mit der kleinen Wand ab, während das Deck vorne knapp 1,5 mm übersteht … mmmhh.
Mit dem Heckspiegel beginnt der Anbau der Bordwände. Die langen weißen Bordwände sind entsprechend der Rumpfform etwas vorzuformen. Meine sich beim Ausschneiden der Bordwandteile einstellenden Befürchtungen zur Passgenauigkeit der Bordwandteile am Bug wurden bestätigt, denn aus Erfahrung konnte ich schon erkennen, dass die Abwicklung nicht gut passen dürfte.
Für den Anbau habe ich die obere Ecke der abgeschrägten Bordwand an der hinteren Ecke des langen Backdecks angesetzt. Zum Heckspiegel passt es nahezu perfekt, aber zum Vorsteven hin wird es echt gruselig. Auch Fotos anderer Bauten dieses Modells (ja, sogar das Anleitungsmodell) zeigen, dass kein gutes Ergebnis zu erzielen ist. Ich wäre für meine Konstruktionen mit der Bordwandabwicklung nicht zufrieden und hätte sie defenitiv verbessert.
Es folgt das Tochterboot sowie die Kästen der Aufbauten unterhalb des Winchdecks.
Baugruppe 4 ist für die ersten Aufbauten vorgesehen. Hier sind vor der Rückwand ein paar Spanten einzuziehen.
Leider ist auch die Abwicklung der Rundung der Aufbauten nicht gelungen – echt schade … und ich verliere ein wenig die Lust, die ich vom Zollkreuzer „Helgoland“ mitgenommen hatte. Die Wand lässt vorne zum Deck hin eine Lücke – vielleicht 0,2 Millimeter. Beim Original wären das bummelig 25cm, durch die man schon mal einen Hammer werfen könnte.
Auch das nun folgende Deck der Baugruppe 5 ist eindeutig zu kurz. Das erkennt man sogar im Anleitungsbild – siehe Pfeil. Es tut mir echt leid, aber das kann und will ich nicht verstehen, dass so etwas vom Konstrukteur nicht korrigiert wird.
Ich habe das Modell jetzt fertig geknüppelt und stelle es zum Zollkreuzer. Das Peildeck habe ich in meiner kaum noch vorhandenen Motivation offensichtlich falsch herum aufgesetzt, aber das ist nun auch schon egal. Ein paar Bauteile sind übriggeblieben – darüber lässt sich die Bauanleitung leider nicht aus.
Ich weiß ja nicht, ob es bei diesen kleinen Modellen überhaupt einen Kontrollbau gibt oder ob sich der Konstrukteur so sicher ist, dass er keinen Kontrollbau braucht. Egal wie klein oder groß ein Modell wird, ich finde, dass ein Kontrollbau zwingend notwendig ist, wenn man sich Gemecker ersparen möchte. Das wiederum setzt natürlich auch einen Kontrollbauer voraus, der sich zu Problemzonen äußert und sie nicht mit Papiermatsche zukleistert. Ein Kontrollbau bedeutet zwar nicht, dass dadurch ein perfekter Modellbaubogen entsteht, aber reduziert doch eine Menge Ungereimtheiten und Passungenauigkeiten. So wäre bei der „Hermann Marwede“ vielleicht auch das Funkrufzeichen „DBAR“ in der Mitte des Daches gelandet und nicht so lieblos irgendwohin.
Nichtsdestotrotz hat mir auch dieser „kleine Scheißer“ Bastelspaß bereitet – trotz der Passungenauigkeiten – und ich habe wieder dazugelernt. Ich hoffe, das nächste Modell, der „Halunder Jet“, stimmt mich wieder milde.














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