Beim Durchstöbern der von IPCY verfügbaren Modelle fand ich auch die U-Boote des 1. U-Boot-Geschwaders. Vielleicht ist bekannt, dass ich in den 1980ern fünf Jahre auf „U1“ (S 180), einem U-Boot der Klasse 205, gefahren bin. Auch weil der zugehörige Tender „Lahn“ – liebevoll „Geschwaderscheißhaus“ genannt – dabei ist, musste ich den Modellbaubogen unbedingt haben. Bei genauerer Betrachtung des Downloads fiel mir schnell auf, dass nur die Boote „U3“ (S 182) bis „U12“ (S 191) zu bauen sind. Häää? Watt soll datt dänn? Wenn Boote zum Geschwader gehörten, dann doch eher „U1“ und „U2“ als „U3“ bis „U8“. Letztere acht Boote waren auf Grund von verschiedensten Problemen mit dem Rumpf (Stichwort: Stahlkrise) reine Schulboote für die U-Boot-Lehrgruppe in Neustadt und somit nicht dem 1. U-Boot-Geschwader zugeteilt. Ich würde sagen: „Schlecht recherchiert!“.

Also importierte ich den Modellbaubogen in CorelDraw und was ich nun sah, war (eigentlich) eine Katastrophe. Was sind denn das bei der Grundplatte für krumme Linien? Und bei der Bordwand erst! Die Markierung für die Aufbauten ist auch nicht in die Mitte des Rumpfes gezeichnet!

Eine Überprüfung der Bauteile des Rettungskreuzers „Hermann Marwede“ zeigte mir, dass es auch dort der Fall ist. Und jetzt weiß ich auch, warum vermutlich die eine Bordwandseite besser passte als die andere: die Umrisslinie des grünen Decks vom Vorschiff ist nämlich nicht spiegelbildlich.

Die schwarze Linie ist die Originallinie aus dem Bogen und die Rote ist die gespiegelte Version. Ich kann kaum glauben, dass man so schlecht arbeiten kann und trotzdem zufriedenstellende Ergebnisse erhält. Wahrscheinlich liegt es am Maßstab, der schon einiges verzeiht.

Ich will die IPCY -Modelle nicht schlecht machen, absolut nicht, denn mir bereitet es eine unheimliche Freude diese „kleinen Scheißer“ zusammenzukleben. Aber sie sind nicht sauber konstruiert, dadurch nicht passgenau und ich weiß jetzt auch warum. Es liegt die Vermutung nahe, dass sie ganz schnell zusammengeprügelt werden – ohne Rücksicht auf Qualität – und bei einem Preis von nur ein paar wenigen Euro sei das wohl gerechtfertigt. Schade!

Mir ist noch aufgefallen, dass nach dem Öffnen der Datei in der Titelzeile des AcrobatReaders folgendes steht: „PowerPoint-Präsentation“ oder auch „Folie 1“. Nun hoffe ich nicht, dass die Modelle tatsächlich in PowerPoint gezeichnet wurden. Obwohl, das würde die vieleckigen Kurven und die Unsymmetrie der Bauteile erklären, aber meinen Sinn von vernünftigen Konstruktionen in den Grundfesten erschüttern.

So, und während ich immer mal wieder an diesem Text gearbeitet habe, um ihn sauber auszuformulieren, ist auch mein „U1“ fertig geworden. Ich habe die wenigen Bauteile komplett in CorelDraw überarbeitet und dabei sämtliche Umrisslinien neu gezeichnet und vor allen Dingen die Kennung „S 180“ auf den Turm gebracht. Des Weiteren habe ich noch ein paar Teile dazu gezeichnet: Laufsteg mit DUUX-Dom, Radar und Schnorchel. Die Stabantenne und der Seestander sind aus WonderWire hergestellt.

Trotz meiner vielen Anmerkungen – es soll kein Meckern sein – lasse ich mich vom Basteln dieser Modelle in dem interessanten Maßstab nicht abbringen. Dieser Maßstab eröffnet Möglichkeiten, die ich nicht geahnt hatte … und er macht echt süchtig. Vielen Dank für die Modelle!