Jahr: 2016 (Seite 11 von 14)

Leuchtturm „Westerheversand“ – Der Lasercutbausatz

Um den Leuchtturm Westerheversand als Kartonmodell zu bauen, habe ich mir den Lasercutbausatz von Shipyard im Maßstab 1:72 zugelegt, den ich hier kurz vorstellen möchte.

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Der Bausatz wird in einer stabilen Verpackung geliefert. Nach dem Öffnen findet man viele Lasercut geschnittene Kartonbögen unterschiedlicher Stärke und Oberfläche. Dazu noch Farben, Pinsel, Draht, Folien für die Fenster und eine großformatige und farbige Bauanleitung.

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In einem Foren gab es Kritik an dem Bausatz, weil die beiden Häuser neben dem Leuchtturm, in denen die Naturschutzstation des Landes Schleswig-Holstein untergebracht ist, nicht Bestandteil des Bausatzes sind. Ebenso fehlt natürlich die Warft, auf der alle Gebäude stehen. Auch ich war zunächst enttäuscht über das Fehlen der Häuschen, aber nach näherer Betrachtung ist das schon OK, denn die Grundplatte des eingezäunten Grundstückes samt Häusern wäre sonst etwa 90 cm x 70 cm groß, mit Warft sogar 140 cm x 110 cm – das könnte ich mir nicht mehr hinstellen und ich hätte mich ohnehin auf den Leuchtturm ohne Häuschen beschränkt. Der Durchmesser des Modellleuchtturms beträgt am Fuß etwa 14 cm und die Höhe wird mit 59,5 cm angegeben.

Den Einbau einer Beleuchtung habe ich für den Leuchtturm geplant, aber dazu später mehr.

Gleich nach Baubeginn hat sich herausgestellt, dass die Bauteilenummern nicht in der Reihenfolge des Verarbeitens der Bauteile vergeben wurden. Sie sind eben „nur“ Nummern, um die Teile auf den Lasercutplatinen wieder zu finden. Die Reihenfolge, in der ich gebaut habe und wie ich es zeigen werde, stellt natürlich nur eine Empfehlung dar und ist keinesfalls verpflichtend.

Fregatte „Lübeck“ – Unterbrechung der Konstruktion

Liebe Kartonmodellbauer und Blog-Leser

Auf Grund unterschiedlicher Charaktere, Meinungen, Auffassungen, Arbeits- und Denkweisen und vor allen Dingen unterschiedlicher Interpretation von Begriffen wie „Zuverlässigkeit“ und „Zeitmanagement“ gehen der Hamburger Modellbaubogen Verlag und ich ab sofort getrennte Wege.

Aus diesem Grund stoppe ich vorübergehend die Konstruktion der Fregatte „Lübeck“, weil ich mich bis zum Jahreswechsel im Kartonmodellbau neu aufstellen möchte. Dazu bedarf es der Erstellung eines kleinen Konzeptes sowie Planungen, Überlegungen, Gespräche und auch Vorarbeiten. Das Ergebnis ist dabei noch völlig offen.

Meine Fregatte Klasse 122 wird also in diesem Jahr definitiv nicht mehr kommen. Über den Erscheinungstermin und/oder ob es überhaupt einen geben wird, werde ich mich erst äußern, wenn Klarheit über meine Kartonbauzukunft herrscht.

Mindestens den Rest des Jahres werde ich wieder vermehrt basteln, Bauberichte schreiben und die Konstruktionen vorläufig ruhen lassen.

Liebe Grüße
Andreas

Leuchtturm „Westerheversand“ – Das Original

Nicht nur wegen des nicht rechtzeitig zur Messe in Dortmund (Bremerhaven wurde ohnehin gleich gar nicht bedient) fertig gewordenen Bogens meines Modells vom Dampfschiff „Børøysund“ und der damit nicht eingehaltenen fest versprochenen Zusage sondern auch anderen „Kommunikationsproblemen“, habe ich massive Motivationsprobleme mit der Fortsetzung der Fregatte „Lübeck“. Damit verbunden habe ich auch andere Projekte (kleine Überraschungen wie die „Børøysund“) in die hinterste Schublade gelegt.

Um mich von diesen immer wiederkehrenden Ärgernissen modellbautechnisch abzulenken und generell über meine neue Zukunft im Kartonmodellbau nachzudenken, beginne ich hier erst mal einen Baubericht zum Leuchtturm Westerheversand … und der beginnt, wie in meinen Bauberichten üblich, mit der Vorstellung des Originals …

Geschichte:

Der Turm wurde 1906 auf Westerheversand rund 1.000 Meter vor dem Seedeich auf einer vier Meter hoch aufgeschütteten Warft mit Pfahlgründung (127 dicke, lange Eichenpfähle) und Betonsockel errichtet. Montiert wurde der Turm aus 608 miteinander verschraubten, insgesamt 130 Tonnen schweren gusseisernen Platten, sogenannten Tübbings, auf einem gemauerten Sockel. Die Eisenplatten stammten aus der Isselburger Hütte im Münsterland. Innerhalb des Turmes befinden sich neun Stockwerke. Auf beiden Seiten des Turms wurden Leuchtturmwärterhäuser errichtet. Zum Leuchtturm führt aus Ost-Nordost seit 1929 der Stockenstieg, der 1981 um einen betonierten Weg aus West-Nordwest ergänzt wurde.

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Fotos: © Andreas Jacobsen

Das Leuchtfeuer wurde am 26. Mai 1908 in Betrieb genommen. Als Lichtquelle diente bis 1974 eine Kohlebogenlampe, die die notwendigen 70 Volt Gleichstrom aus einem von zwei Dieselaggregaten angetriebenen Generator mit Pufferbatterien bezog. Die Brenndauer eines Kohlestabes betrug rund neun Stunden, dann musste dieser erneuert werden. Im Jahr 1951 wurden die Aggregate an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. 1975 wurde die Kohlebogenlampe durch eine moderne 2.000-Watt-Xenon-Kurzbogenlampe mit einer Lichtstärke von 183.000 Candela ersetzt.

Nachdem jahrzehntelang Leuchtfeuerwärter ihren Dienst auf dem Leuchtturm verrichtet hatten, wird er heute automatisch von Tönning aus überwacht. Die beiden ehemaligen Wärterhäuser beherbergen nun eine Naturschutzstation des Nationalpark Wattenmeer, die von der Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer betreut wird.

Der Turm kann seit 2001 besichtigt werden – Online-Reservierung wird unbedingt empfohlen. Der Rückweg ist im Sommer auch über den instandgesetzten historischen Stockenstieg durch die Salzwiesen möglich. Im Jahr 2006 wurde der Leuchtturm innerhalb von drei Monaten neu gestrichen; während dieser Zeit war er verhüllt und für Besucher geschlossen. Im Juli 2007 wurde das hundertjährige Jubiläum der Zündung des Feuers im Turm (verfrüht) gefeiert.

Technische Daten:

Der Leuchtturm Westerheversand ist ein See-, Quermarken- und Leitfeuer. Die Feuerhöhe beträgt 41 Meter, die Bauwerkshöhe 40 Meter. Die Tragweite des Lichts ist rund 21 Seemeilen (etwa 39 Kilometer). Die indirekte Sichtbarkeit des Lichtscheins beträgt bis über 55 Kilometer. Bei klarer Sicht ist er noch auf Helgoland auszumachen.

Für die Optik wird eine Gürtellinse verwendet, um die zwei Gruppen von je drei senkrechten Blenden kreisen. Die Kennung ist: alle 15 Sekunden drei Unterbrechungen des – je nach Richtung – weißen, roten oder grünen Lichtes durch kurze Dunkelphasen (Ubr.(3) w.r.gn.-15s, international: Oc(3) WRG 15s). Dabei ist 1 Sek. dunkel, 2 Sek. hell, 1 Sek. dunkel, 2 Sek. hell, 1 Sek. dunkel und 8 Sek. hell die Abfolge der Phasen.
Textquelle: Wikipedia

Die Sektoren des Leuchtfeuers sind wie folgt:

Sektoren
Quelle: OpenSeaMap

Modellbauaustellung in Lübeck 2016

„Aaaah, endlich mal keine Kriegsdioramen oder Panzer!!!“ So war der Tenor, der uns häufig entgegengebracht wurde, als die Besucher unsere Modelle gesehen haben. „Da ist endlich mal was Ziviles dabei!“

Aber, ich fange mal von vorne an….

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Wir, das sind Wolfgang, meine Wenigkeit, Lars und Thomas, sowie Fiete, der nur am Samstag vor Ort fleißig gebastelt hat, hatten 5 Tische zur Verfügung, auf denen wir unsere Modelle, mit der wunderschönen Altstadtkulisse Lübecks im Hintergrund, ausstellen durften.

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Lars hatte seine „Altmark“ im Dock, die „Maris S. Merian“ sowie sein Hafen- und Deichdiorama mitgebracht.

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Von mir war die Kranschute mit Barge, die „Meteor“, ein Minensucher und Schnellboot zu sehen. Thomas und Wolfgang zeigten eine Menge Leuchttürme.

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Fiete brachte die „Stettin“, die „Bleichen“, die „Nürnberg“, die „Resolut“ sowie den Kontrollbau der „Børøysund“ mit zur Ausstellung. Von mir stammen auf dem Foto noch die „Borgesch“ und die „Schaarhörn“. Im Bau befindet sich bei Fiete gerade die „HMS Orkney“.

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Wolfgang hatte auch noch seine entzückenden tschechischen Kapellen dabei. Von Thomas stammt im Vordergrund der Tankhafen mit der „Coral Carbonic“ sowie die „Queen of the Isles“.

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Ich hatte natürlich wieder den EGV „Frankfurt am Main“, die „Passat“, „Helgoland“, „Nordic“, „Rungholt“ und „Mellum“ sowie die im Bau befindliche Fregatte „Lübeck“ dabei. Auf dem Bild ist auch noch die gesuperte „Du Moulin Tide“ von Thomas zu erkennen.

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Irgendwann trudelten dann auch die Besucher an unseren Stand vorbei. Einige hatten nur einen schnellen Blick für uns übrig und gingen dann weiter zu den Panzermodellen, aber diejenigen die stehen blieben waren begeistert.

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Die Ausstellung war laut Veranstalter insgesamt befriedigend besucht, so dass sich der Verlust in Grenzen halten dürfte.

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Hier noch ein paar „Impressionen“ von meinem Rundgang durch die Plastikmodell-Ausstellung…

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Insgesamt war es eine sehr schöne Veranstaltung, auf der wir viele Gespräche geführt haben. Diskussionen über die Zukunft des Kartonmodellbaus wurde genauso geführt wie die Diskussionen über den insgesamt fehlenden Nachwuchs, aber leider gibt es für die heutige Generation der „Fensterwischer“ noch keine Apps, die das Bauen von Modellen oder wenigstens das Ausschneiden von Bauteilen übernimmt.

Viele bekannte Gesichter kamen zu uns, aber auch Neulinge, die nicht glauben wollten, dass das alles aus Papier und Karton ist. Zum Glück hatten Fiete und Wolfgang das live zeigen können. Auch die Plastikmodellbauer waren voll des Lobes: „Es ist unglaublich, was ihr mit bzw. aus Papier macht – Chapeau“. Negatives? Ja, mal wieder die vielen Panzermodelle im Plastikmodellbau, aber das ist eine andere Geschichte.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Fiete, Lars, Wolfgang und Thomas für die tolle Unterstützung bedanken. Es waren für mich zwei angenehme Tage unter verlässlichen Freunden, mit denen man sich auch sehr gut unterhalten kann, wenn es mal nicht um Kartonbau geht.

Norwegisches Dampfschiff „Børøysund“

Nun ist das Geheimnis also gelüftet. Mein erstes von Grund auf selbst konstruiertes Modell ist fertig. Es ist das norwegische Dampfschiff „Børøysund“. Zurzeit ist mein gebautes Modell, welches ich für die Anleitungsbilder verwendet habe, auf der Messe in Dortmund zu sehen. Der Kontrollbau wird am Samstag auf der Modellbauausstellung in Lübeck zu sehen sein.

Leider hat es der Bogen auf Grund der zuverlässigen Unzuverlässigkeit des Verlages nicht mehr rechtzeitig aus der Druckerei geschafft, so dass der Bogen in Dortmund nur vorbestellt werden kann; es liegt aber ein Tintenstrahl gedrucktes Ansichtsexemplar aus.

Für all diejenigen, die keine Vorstellung von dem etwa 13cm langen Modell haben, sind hier ein paar Bilder…

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Auf zwei DIN-A4-Bögen sind 351 Bauteile verteilt. Der hoffentlich mit Verkaufsstart erhältliche Lasercutsatz ist erstmals beim Kontrollbau geprüft worden. Das Modell ist nicht unbedingt für den Anfänger geeignet und der fortgeschrittene Bastler wird die Heckgalerie (die auch als Lasercut zur Verfügung steht) unterhalb des Sonnen- oder Partydecks als tricky erkennen. Ich habe bei meinem Bau noch keine Lasercuts zur Verfügung gehabt und deshalb die Relingzwischenräume ausgestichelt.

An dieser Stelle möchte ich Fiete danken, der mich im Mai 2014 zu diesem Projekt animiert und beim Kontrollbau penibel auf Kleinigkeiten geachtet hat. Der Baustand des Modells ist Sommer 2015, in dem ich während des Dampf-Rundums in Flensburg viele Fotos bei einer Besichtigung bzw. Mitfahrt machen konnte.

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