Jahr: 2016 (Seite 8 von 14)

Kieler Woche 2016

Es ist nun schon zweieinhalb Wochen her, dass ich auf der Kieler Woche war. Trotzdem möchte ich ein paar Bilder aus dem Tirpitzhafen nicht vorenthalten. Flaggschiff war in diesem Jahr übrigens der Einsatzgruppenversorger „Berlin“ – das Hauptobjekt meiner Begierde. Außerdem sollte die „Arkona“, das Mehrzweckschiff des WSA, nach Kiel kommen.

Begonnen habe ich den Tagesausflug am Ostufer der Förde mit einem schönen Blick auf den Marinestützpunkt und den großen Einheiten.

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Zwischendurch schob sich die „Stena Germanica“ auf ihrem Weg nach Göteborg ins Bild.

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Aber wo ist die „Arkona“. Sie hätte schon längst an der Außenmole liegen sollen. MarineTraffic zeigte mir dann, dass sie noch in Stralsund liegt. „Mist, dann bleibt nur noch der EGV, der mich wirklich interessiert! Ersatzweise vielleicht noch das Ölauffangschiff „Helmsand“.

Nachdem ich noch genügend Zeit bis zum Öffnen der Kasernentore hatte, bin ich zum Leuchtturm Holtenau, einem sehr schönem Leuchtturm, gefahren.

Leuchtturm Holtenau

Nebenan konnte ich dann das Gewässerschutzschiff „Scharhörn“ im Tonnenhafen erkennen.

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Die „Scharhörn“ machte sich als Ersatz für die „Arkona“ auf den Weg zur Scheermole.

Als sich dann um 13:30 Uhr endlich die Tore öffneten, war ich einer der ersten, der durchging. Zielstrebig ging ich Richtung EGV. Aus einiger Entfernung erkannte ich schon ein Schild vor der Stelling. „Das darf doch nicht wahr sein“ – wegen einer Veranstaltung auf dem Landedeck war keine Besichtigung möglich.

Und so startete ich auf dem englischen Hubschrauberträger „Ocean“ meine Tour.

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Vom Landedeck des Trägers hatte man einen schönen Blick über die Förde und den Hafen.

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Am Anfang der Tirpitzmole lag übrigens das deutsche Minenjagdboot „Dillingen“. Der Hinweis „Fotografierverbot“ hat mich von einer Besichtigung abgehalten.

Auf dem Weg zum holländischen Docklandungschiff „Johan De Witt“ kam ich an vielen Einheiten vorbei, die ebenfalls nicht besichtigt werden konnten. Der Zollkreuzer „Borkum“ interessiert mich aktuell nicht mehr und auch die ausländischen Einheiten, die man besichtigen konnte, waren nun nicht sooo interessant.

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Alles in allem war diese Kieler Woche mal wieder ein totaler Reinfall. Ob ich nächstes Jahr hinfahre? Wohl eher nicht. Es sei denn, die neue Fregatte „Baden-Württemberg“ der Klasse 125 lädt zum Foto-Shooting ein.

Ein paar Tage später stand noch ein Open-Ship des Forschungsschiffes „Alkor“ vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel statt. Die Ausbeute an Fotos war ausgezeichnet.

Open Ship Alkor

Pläne von dem Schiff habe ich; vielleicht ist das Schiff eines meiner nächsten Projekte, denn ich bin schon lange Fan dieses Schiffes wie auch von dem Schwesterschiff „Heincke“. Die erhältlichen Bögen vom DSM sind leider nicht von guter Qualität und höchstens Anfängerbögen. Sicherlich haben auch diese Bögen eine Berechtigung, aber ich würde einfach mehr Details des Schiffes darstellen wollen und das mit zugehöriger Balkenbucht, mit Deckssprung und natürlich einer Brückeneinrichtung. Vielleicht ist sogar der Hangar mit geöffnetem Tor darstellbar…

„Børøysund“ – Achtere Aufbauten

Bevor es hier mit den achteren Aufbauten los geht, möchte ich eine kleine „Diskussion“ nicht vorenthalten, die in dem besagten Forum, aus dem ich diesen Baubericht kopieren durfte, in Gang kam; schließlich ist sie großer Ansporn für meine künftigen Projekte.

Günter schrieb:

Moin Fiete,
teilst Du meine Meinung, dass es wohl nicht verkehrt ist, wenn ein guter Modellbauer sich traut, auch in die Konstrukteursliga einzusteigen?
Denn was ich hier im Forum von den Modellen von Andreas Jacobsen so sehe, auch wieder bei diesem Winzling, spricht für mich dafür. Sieht super aus und wirkt sicher verkaufsfördernd für den Verlag und den Konstrukteur. 
Schön, dass Du die Neuerscheinung so schnell umsetzt. Weiter viel Spaß wünscht
Günter (OpaSy)

Fiete schrieb:

Im Falle von Andreas würde ich deine Frage mit einem klaren und deutlichen „JA!!“ beantworten. Einerseits weiß er, was auf einen Bastler zu kommt und wo möglicherweise die Grenzen des Machbaren sind. Außerdem ist Andreas ein „Genauigkeits-Fanatiker“. Kein Teil wird für gut befunden, ehe es nicht absolut passgenau ist. Ich habe das hier wieder an dem Rumpf gemerkt. Es passte absolut 100%ig zusammen. Kein Nacharbeiten, keine Lücken, alles gut. Und immer wenn beim Kontrollbau neue Ideen auftauchten (auch da passte alles schon bestens zusammen, es gab nur Verbesserungen in Details), wurden die von ihm ohne Verzug umgesetzt. Das Ergebnis spricht für sich.

Dirk schrieb:

Hallo Fiete,
wenn ich das so richtig mitbekomme, scheint es eine tolle Zusammenarbeit zwischen dir und Andreas gegeben zu haben, wo einfach gemeinsam die Messlatte höher gelegt wurde. Als Freund von Inneneinrichtungen gefällt mir das natürlich sehr gut.
Gruß pianisto

Fiete schrieb:

Doch, das kann ich bestätigen. Nun waren wir beide uns auch darüber einig, dass so viel wie möglich von dem Original umgesetzt werden sollte. Zu alten Wilhelmshavener Zeiten wäre so ein Modell – wenn es das überhaupt gegeben hätte – mit maximal 50 Teilen ausgekommen, statt mit 350…  Insofern war sicherlich auch von Vorteil, dass wir beide schon mal ein Kartonmodell gebaut hatten, also wussten, was mit Schere, Cutter & Co. möglich ist.
Erschwerend kam hinzu, dass mir sehr viel an diesem Schiffchen liegt, wie ja wohl aus dem ersten Beitrag herauszulesen war…  [Anm.: siehe ersten Beitrag „Vom Original zum Modell“ dieses Bauberichtes]
Alles in allem eine Kombination, die zu einem ganz brauchbaren Ergebnis geführt hat…finde ich…so rein subjektiv…

Weiter im Text mit dem Baubericht … Natürlich hatte Andreas als Konstrukteur auch eigene Ideen, so beispielsweise bei den Relingen an der Achterkante des Wetterdecks, dass die Stützen rückseitig zu verdoppeln sind. Das findet sich auch bei den LC-Teilen wieder, wie man auf dem Bild 45 sehen kann. Auf dem Bild 46 kann man die Relinge eingebaut sehen.

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Weiter geht es mit der Baugruppe (19). Das ist eine sehr umfangreiche Baugruppe, die praktisch die gesamte „Achterdecks-Möblierung“ umfasst. Als erstes ist die Abdeckung des Zuganges zum Salon im Achterschiff dran, den man auf dem Bild 47 in der Mitte sehen kann.

Boroysund 047

Dort ging es ein halbes Deck nach unten zum Salon 1. Klasse. Der ist in der Zwischenzeit wieder in den Zustand von 1936 versetzt worden. Hier zwei Bilder aus meinem Archiv, die während des Dampf-Rundum 2009 entstanden sind. In dem Salon sind sogar Bilder des damaligen norwegischen Königspaares, Haakon VII und Königin Maud, vorhanden.

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Die große weiße Fläche hinter dem Niedergang ist eine Profilscheibe, die dem achteren Aufbau Form und Ausrichtung gibt. In diesem Aufbau sind zwei Passagierkammern und der Rauchsalon untergebracht. 

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Achteraus von dem Aufbau sitzt der Ruderquadrant. Dort greifen die beiden Ruderketten an, die vom Handrad auf der Brücke bewegt werden und über Deck nach achtern laufen. Im Gegensatz zu beispielsweise „Bussard“ oder „Stettin“ gibt es hier keine Rudermaschine. Auf einer Anreise zum Dampf-Rundum nach Flensburg mussten zwei Mann am Ruder stehen, um das Ruder bewegen zu können…
Über dem Quadranten kommt als Schutz noch eine Gräting, die ich auch aus dem LC-Satz nehme. 

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Was man bei dem Modell nicht sehen wird, ist die Inneneinrichtung der Kammern und Salons. Ich habe dem achteren Aufbau tatsächlich noch etwas Innenleben gegönnt. Die beiden Türen – je eine an Stb. und Bb. – gehören zu einem Quergang. Davor liegen die beiden Passagierkammern, der Salon achteraus. Damit man nun nicht quer durch den Aufbau schauen kann, habe ich ein paar Wände eingezogen. Dazu noch die Poller und dann sieht es so aus…

Boroysund 054

 Anschließend kamen das Sonnendeck (20) und die Reling (19l) an Bord. Bei der Reling muss noch der obere Durchzug, der Handlauf, geschwärzt werden. Ebenso werde ich die untere Kante noch schwärzen. Auf dem Bild 55 kann man ganz gut sehen, dass das noch erforderlich sein sollte.

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Weiter geht es mit dem Niedergang vom Wetter- zum Sonnendeck.

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„Børøysund“ – Bordwände

Nun geht es an die Bordwände. Es sind ein paar Bulleyes auszustechen, die Schnittkanten sind zu färben und danach sind die Bordwandstreifen achtern mit einer Weißleimnaht zu verkleben. Die darf jetzt gut durchtrocknen, derweil die Stb.-Seite entsprechend vorbereitet wird.

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Danach war die Stb.-Seite an der Reihe. Die darf nun auch durchhärten und dann kann ich in den kommenden Tagen mit der Montage der Bordwände weitermachen.

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Im Gegensatz zum Kontrollbau, bei dem die Bulleyes ja nicht ausgestochen waren, werde ich hier ein wenig bei den Klebelaschen des Achterdecks nacharbeiten müssen. Aber auch das sollte zu schaffen sein.

So, die Bordwände sind dran, ebenso die ersten Relinge samt Handlauf/Schandeckel. Die Schanzkleidstützen vorne sind aus dem Bogen, ebenso der „Rallye-Streifen“ achtern, also die schmale Heckzier. Die hat übrigens einen schmalen Markierungsstrich, damit man sie genau mittig anbringen kann.

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„Børøysund“ – Mittlere Aufbauten

Es geht weiter mit den ersten Aufbauten. Das Teil (15) war ursprünglich der „Postschrank“, heute allgemeiner Stauraum. Außerdem führt hier an der Stb.-Seite außen ein Niedergang nach oben auf das Brückendeck. Auf dem Bild 12 kann man erkennen, dass die weißen Markierungen deutlich kleiner sind, als die dort einzubauenden Teile. Das ist beabsichtigt, denn so werden ganz automatisch Blitzer vermieden und man braucht nicht nach zu färben.

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Hinter diesen Aufbau kommt das Maschinenoberlicht. Die aufgedruckten Bulleyes sind mir einfach zu blau. Deshalb habe ich diese schwarz nachgefärbt, bei den Klappen die Bulleyes ausgestochen und verglast (Fensterbriefumschlagfolie). Sieht irgendwie besser aus.

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Auf die runden Markierungen vor diesen Aufbau kommen die unteren Teile von Schornstein und Lüfter.

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Noch zwei kleine Infos als Ergänzung:
1. Die auf dem nächsten Bild zu erkennenden runden messingfarbenen Objekte sind die runden Bunkerdeckel. Ich wollte es kaum glauben, aber die haben (wenn man sie schrubbt…  ) tatsächlich einen Bronzeton. Aber normalerweise sehen sie doch ein wenig „nachgedunkelt“ aus.
2. Es gibt auf dem Bogen so gut wie keine aufzudoppelnden Türen. Das kann man auch schon bei dem Teil (15) erkennen, da ist auch ein weiß gemaltes Schott zu sehen. Aber die fallen alle in die jeweilige Zarge hinein und stehen nicht vor. Eine aufgedoppelte Tür – wohlgemerkt, einfache Kartonstärke, nicht verdoppelt – würde im Original 5 cm (!) vorstehen. Das nur schon mal vorweg, falls jemand sich die Frage stellt, ob Andreas etwa die Türen vergessen hat. Nee, soll so…

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Neben den Unterteilen von Schornstein und Lüftern sind auch die ersten Aufbauwände einzubauen. Der Strich neben der Tür ist übrigens der Briefschlitz. Hinter der Tür war früher das Postkontor, heute ist dort der Bordshop untergebracht.

Boroysund 020

Auf der gegenüberliegenden Seite waren das „Bilettkontor“, also die Fahrkartenausgabe und die Kapitänskammer.

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Auf dem Bild 22 sieht man Innen- und Außenseite der Frontwand. Damit man durch die ausgestochenen Bulleyes nicht gegen Karton schaut, hat Andreas auch bei dem Teil (15f) auszuschneidende Kreise vorgesehen.

Boroysund 022 Boroysund 023 Boroysund 024 Boroysund 025

Weiter ging es mit dem Niedergang an der Achterkante von Deck (14). Dort geht es auf dem Original zu den Räumen im Vorschiff, zur Kombüse, in der auch heute immer noch auf dem originalen Kohleherd gekocht wird, und in den Keller (Maschine und Heizraum).
Außerdem finden auf dem Deck noch ein paar Backskisten ihren Platz, die, mit weißen Sitzkissen belegt, zum Sitzen einladen.

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Dann geht es weiter mit dem Brückendeck (16). Die Teile (16b) und (16c) sind die Abdeckungen der Ruderkette und diese würde ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einbauen. Besser ist es, wenn man die Teile nach den Wänden der Baugruppe (25) – Anleitungsbild 7 – einbaut. Dann läuft man nicht Gefahr, dass sich da etwas bekneift. Das aus Ober- und Unterseite zusammengeklebte Deck wird auf den Wänden der Baugruppe (15) montiert und darf nun wieder durchtrocknen…

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Die schrägen Leitungen, auf dem nächsten Bild leider etwas unscharf, führen vom Brücken- zum Achterdeck und sind die Führungen für die Ruderkette.

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„Børøysund“ – Spantengerüst und Decks

Der Kartonbaubogen besteht aus zwei DIN-A4-Seiten mit Bauteilen. Beide Bögen haben teilweise Rückseitendruck. Insgesamt sind 351 Teile auf den Bögen, die aber nicht alle verbaut werden müssen. So muss nicht unbedingt die Brückeneinrichtung gebaut werden und auch für die Rettungsboote sind Persennings vorhanden, um den Bau zu vereinfachen.

Titelblatt Bogen Vorderseite Bogen Rückseite

Die Bauanleitung enthält auf 4 Seiten 11 Anleitungsbilder mit vielen Detailskizzen.

Anleitung 1 Anleitung 2

Ein passender Lasercutsatz ist ebenfalls erhältlich und enthält meiner Meinung nach wieder ein paar Teile, bei denen es besser wäre, wenn sie aus dem Bogen gebaut würden.

Anleitung 3 Lasercut

Das empfiehlt auch Friedrich „Fiete“ Gottschalk, dessen hier folgende bebilderten Baufortschritte ich mit freundlicher Genehmigung seinerseits aus einem Forum kopieren und redaktionell leicht verändern darf, mit folgenden Worten: Hinsichtlich der Relinge und Niedergänge ist derLC-Satz auch sinnvoll. Bei allen anderen Teilen, und seien sie noch so fitzelig (und davon gibt es durchaus ein paar…), empfehle ich die Kartonteile zu verarbeiten. Es sieht einfach besser aus.

Hier beginnt nun der Baubericht von Fiete.

Das Spantengerüst baut sich fast von alleine zusammen. Aber nun muss das Ganze erst mal in Ruhe durchtrocknen.

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Weiter ging es mit dem Deck. Das ist tatsächlich ziemlich dunkel, sozusagen schwarze Planken mit ganz schwarzen Nähten. Andreas und ich haben eine ganze Weile herumgeknobelt, bis wir einen Farbton raus hatten, der dem Original am nächsten kommt und trotzdem noch Decksnähte (und Klebemarkierungen!!!) erkennen lässt. Zum Vergleich habe ich ein Bild vom Original mit eingestellt. 

Wie gewohnt ruht jetzt erstmal alles gut beschwert und darf durchtrocknen.

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