Jahr: 2015 (Seite 9 von 14)

Grundlagen – Werkzeuge

Grundausstattung

Auf dem folgenden Bild habe ich eine Grundausstattung an Werkzeugen zusammen gestellt, wie ich sie nutze. Die Beschreibung der Arbeitsvorgänge mit dem jeweiligen Werkzeug zeige ich, wenn ich das erste Modell in diesem Grundlagenkurs bauen werde. Bei dem Modell handelt es sich übrigens um das 27-teilige Zollboot aus dem Bogen „Aktuelle Hafenfahrzeuge 1“, den mir Till Schade freundlicher Weise als Datei für diesen Grundlagenkurs zur Verfügung gestellt hat.

Sollte ich im Folgenden Markennamen nennen, dann nur deshalb, weil sie meist zu einem Begriff geworden sind und die meisten wohl etwas damit anfangen können.

Werkzeuge1

1.) Die Schneidmatte ist unersetzlich, wenn man sich die Oberfläche des Basteltisches erhalten möchte. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Preisen – billig ist nicht immer gut. Die Oberfläche ist meistens selbstheilend, d.h. Schnittspuren schließen sich sofort.

2.) Scheren gibt es unterschiedlichster Form. Einfache Bastelscheren sind eher nicht geeignet, Papierscheren schon eher. Ich verwende eine so genannte Hardanger-Schere (Stickschere) wie sie auch im Stick- und Nähbereich zu finden ist. Sie ist nicht ganz preiswert (ab 10EUR), schneidet aber bis in die Spitze. Mit einer zweiten mittelgroßen Schere (nicht auf dem Bild) trenne ich die Teile grob aus dem Bastelbogen.

3.) Mit einer Reißnadel wird der Karton „angerillt“, damit er sich an der gewünschten Stelle besser knicken lässt.

4.+5.) Unbedingt erforderlich ist ein scharfes Bastelmesser oder Skalpell. Ich verwende zwei davon mit unterschiedlichen Klingen.

6.) Eine selbstschließende Pinzette ist beispielsweise hilfreich, wenn einem die dritte Hand fehlt.

7.+8.) Präzise greifende Pinzetten (gerade und gewinkelt) sollten auch vorhanden sein.

9.) An Stelle eines Stahl-Lineals oder Lineals mit Metallschiene verwende ich einen breiten Japan-Spachtel aus dem Baumarkt zum Rillen, Ritzen oder Schneiden gerader Linien.

10.) Stecknadeln werden für alles mögliche benötigt.

11.) Einen Bleistift nutze ich, um eventuell Hilfslinien zu zeichnen.

Weitere nützliche Werkzeuge

Als fortgeschrittener Bastler möchte man irgendwann mehr und die Modelle werden aufwändiger. Es kommt Takelage hinzu oder eine Ankerkette oder die Bullaugen sollen mit Plastikfolie hinterklebt werden.

Werkzeuge2

12.) Verschiedene Garne unterschiedlicher Stärken werden für die Takelage benötigt. Ich verwende das Multifilamentgarn Serafil von Amann, verschiedene Garne und Fäden von Krick (das ist abhängig vom Maßstab) sowie Uni-Yarn in verschiedenen Stärken aus dem Bereich der Fliegenfischerei.

13.) In Deutschland leider nicht erhältlich ist „Wonder-wire“. Das ist ein Keramikdraht von 0,15mm Durchmesser und für Takelagen bestens geeignet, weil er im Gegensatz zu Garn auch Stabilität mitbringt. Ich habe mich vor einiger Zeit an einer Bestellung in den USA beteiligen dürfen und kann noch einige Zeit von meinem Vorrat zehren.

14.) Um silberne Ketten für Schiffsmodelle zu brünieren (schwarz färben) verwendet man Brüniermittel.

15.) Die gezeigten Zwingen habe ich beispielsweise zum Spannen der Takelage meiner „Passat“ verwendet.

16.) Einige runde Gegenstände mit verschiedenen Durchmessern zum Runden des Kartons, beispielsweise Stifte, Federstahldrähte und Nadeln in verschiedenen Stärken.

17.) Für kreisrunde Teile kann man eine Lochzange, die allerdings nur die Durchmesser 2, 2,5, 3, 3,5, 4 und 5 mm abdeckt, verwenden. Für andere Durchmesser von 1 bis 10 mm gibt es Rundlocheisen. Bei mir leistet ein nicht ganz preiswertes Stanz-Set („Punch & Die“) sehr gute Dienste.

Klebstoffe

Die meisten lösungsmittelfreien Klebstoffe sind wegen des Wassergehalts unbrauchbar; der Karton wellt sich und die einzelnen Schichten lösen sich voneinander. Für kleinste Teile eignet sich jedoch mit ca. 10% Wasser verdünnter (Ponal-)Weißleim und einer sehr feinen Dosierspitze, wie sie auch für den Klebstoff für Plastikmodelle verwendet wird. Dieser Leim trocknet transparent und nicht glänzend, also fast unsichtbar, und er zieht keine Fäden. In seltenen Fällen kommt auch Sekundenkleber zum Einsatz, allerdings meist nur bei „Notoperationen“ – und für Ätzteile beim „Supern“ der Modelle. Auch Uhu Flinke Flasche (unbedingt mit Lösungsmittel) wird von vielen Modellbauern verwendet. Für die Herstellung von großflächigen Verdoppelungen ist Sprühkleber gut geeignet.

Klebstoffe

18.) Der allseits bekannte UHU (Flinke Flasche, schwarz)

19.) Kittifix (Weißleim)- ich fülle diesen in ein Portionierfläschchen um.

20.) Sekundenkleber

Farben

Normalerweise ist der Modellbaubogen farbig bedruckt – teilweise sogar beidseitig – , deshalb wird Farbe im fortgeschrittenen Kartonmodellbau überwiegend zum Färben der Schnitt- und Knickkanten verwendet.

Farben

21.) Ich verwende die Aquarellstifte von Faber Castell aus der Albrecht Dürer Serie. Diese gibt es in verschiedenen Metalletuis von 12 bis 120 Stiften, aber auch im Einzelkauf.

22.) Zum Auftragen der Farbe wird ein Pinsel und ein kleines Gefäß zum Auswaschen des Pinsels benötigt.

23.) Zum Anspitzen der Aquarellstifte ist ein Anspitzer von Nöten.

24.) Für die Standardfarben erfüllt ein Schultuschkasten seinen Zweck.

Sollte nun jemand meinen, dass es viel zu wenig Pinzetten seien oder dass Filzstifte es an den Kanten auch tun oder noch wieder anderes Garn verwendet, dann ist das OK – die Liste erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich bin jedoch bei all meinen Modellen mit den oben gezeigten Werkzeugen und Materialien ausgekommen – die Ergebnisse der fertigen Modelle sprechen für sich – und genau das möchte ich hier zeigen. Ich möchte hier nicht zeigen, auf welche Weise und mit welchem Werkzeug und Material man ein Modell bauen KANN, denn das ergäbe eine endlose Diskussion, sondern wie ICH ein Modell baue.

Falls ein Leser Interesse an Bezugsquellen hat, dann bitte ich um eine Mail und werde diese nach bestem Wissen und Gewissen beantworten ohne dabei Werbung machen zu wollen.

Fregatte „Lübeck“ – Schanzdeck

Das Schanzdeck wird natürlich mit Kleinteilen ausgestattet – es werden wohl 69 Einzelteile sein. Die Türen von Spant 26 sind nicht aufgedoppelt, weil sie einfach nicht hervorstehen. Zu den Pollern und dem Spill beim „alten“ Bogen ist eine zweite Seiltrommel hinzugekommen. Diese Trommeln werden am Spant 26 angeklebt, wie auch die neuen Schaltkästen. Vor dem Spill ist eine blaue Schleppöse hinzugekommen und die achtere große Klüse ist dreidimensionalisiert. Letzte Neuerung auf dem Deck ist die Torpedotäuschkörperanlage AN/SLQ-25 „Nixie“ auf der Backbordseite.

Luebeck_Schanz1 Luebeck_Schanz2 Luebeck_Schanz3

Das Deck selbst ist verdoppelt (das Bild zeigt nicht die aktuellste Version), wobei die Unterseite die Klebelaschen für die Bordwandteile bekommt.

Luebeck_Schanzdeck

Problematisch wird die Ausführung der Relings. In der vereinfachten Variante wird sie an den Bordwänden bleiben und kann ausgestichelt werden – oder auch nicht. Als Lasercut oder separate Bauteile müssten sie vor dem Anbringen der Bordwände und des Heckspiegels auf das Schanzdeck geklebt werden. Das wird sicherlich gehen, aber in wie weit das später das Anbauen der Bordwände behindert, wird man sehen. Darum kümmere ich mich, wenn die achteren Bordwände an der Reihe sind.

Kartonmodellbau-Grundlagen

„Wie machst du eigentlich dieses?“ oder „Womit machst du eigentlich jenes?“

So oder so ähnlich lauten immer wieder die Fragen, die mir auf Treffen oder Ausstellungen gestellt wurden oder wie man sie häufig auch in den einschlägigen Foren findet. Und als eine Mutti mit ihrem Sohn am Messestand den Bogen der Hafenfahrzeuge in der Hand hatte und ihn durchblätterte, da fragte sie mich „Das ist ja alles schön, aber wie geht das jetzt?“. Weitere berechtigte Fragen sind oder könnten sein „wie rollst du die kleinen Poller?“, „wie hast du die Segel auf die runden Rahen bekommen?“ oder „wie machst du Kästen mit Kantenhöhen kleiner 1 mm?“. Und was ist mit „Wie fange ich ein Schiffsmodell denn überhaupt an?“, „Was sind das für Zacken an Teil 1?“ und „Warum ist die eine Linie gestrichelt, eine andere strichpunktiert und die dritte strichdoppelpunktiert?“

Diese aufgeschnappten Fragen haben mich jetzt dazu bewegt, dass ich einen weiteren Menüpunkt in meinem Blog aufgenommen habe, in dem ich die Grundlagen des Kartonmodellbaus zeigen möchte. Dabei geht es um die benötigten Werkzeuge genauso wie um die Techniken. Diese zukünftigen Beiträge richten sich hauptsächlich an die Anfänger und Wiedereinsteiger sowie vielleicht noch an den Fortgeschrittenen Bastler. Modellbauer der Extraklasse werden meinen Artikeln nur ein müdes Lächeln abgewinnen können.

Die vorgestellten Werkzeuge und Techniken stellen natürlich nur eine Möglichkeit dar und wie so oft gibt es viele „Wege nach Rom“. Meinen Weg werde ich beschreiben und er stellt auf keinen Fall der Weisheit letzter Schluss dar. Er soll nur zeigen, wie man es machen könnte bzw. wie ich es mache, um effektiv zu einem tollen Modell zu gelangen.

Also, es geht schon bald mit der Beschreibung der Grundausstattung los…

Fregatte „Augsburg“ in Lübeck

Am gestrigen Donnerstag Nachmittag lief die Fregatte „Augsburg“ traveaufwärts Richtung Lübeck. Die letzte Meile wurde sie von den Schleppern „Kitzeberg“, der extra aus Kiel kam, und „Samson“ rückwärts in den Hafen geschleppt.

Fregatte Augsburg 01

Dabei musste sie das Nadelöhr der Erik-Warburg-Brücke passieren, auf der es eine kleine Plattform gibt, die den Blick auf das Schiff aus 7m Höhe ermöglicht, was ganz andere Perspektiven für Details auf den oberen Decks ergibt.

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Dabei ist mir ein Bullauge aufgefallen, was ich vorher noch nie gesehen habe. Es ist auf dem B-Deck in der Aufbauwand hinter der Startanlage für die SeaSparrows. Gemäß meinen Plänen befindet sich dort die „Eignersuite“. Der Kommandant hat also tatsächlich ein wenig Tageslicht in seinem Wohnraum.

Fregatte Augsburg 04

Nach der Brückendurchfahrt machte die Fregatte im Lübecker Burgtorhafen fest.

Fregatte Augsburg 05

Heute hatte ich dann mit den Kollegen der Berufsfeuerwehr Lübeck einen Besichtigungstermin wahrnehmen dürfen. Das war leider geil! Ich hatte die zweistündige Tour über und durch das Schiff total genossen. Der MOT-Meister ist mit uns zunächst über das Oberdeck gegangen und hat viele Informationen parat gehabt und Fragen beantworten müssen und auch können.

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Nach dem Oberdeck ging es durch die Schleuse – das Schiff fährt im Inneren mit Überdruck – in das Schiffsinnere und hier zuerst auf die Brücke, wo uns zwei Kollegen wegen eines Einsatzes leider verlassen mussten.

Fregatte Augsburg 08

Auch hier gab es viele Döntjes, denen wir gespannt gelauscht haben. Und weil wir Raucher dabei hatten, „mussten“ wir glücklicherweise auf die Brückennock, von wo ich weitere Bilder machen konnte. Hier nur zwei Beispiele…

Fregatte Augsburg 09 Fregatte Augsburg 10

Dann ging es wieder nach unten und zwar in Begleitung eines Kaleus. Zunächst durften wir in die O-Messe und dann mit dem „Master-Key“ in die OPZ!!! Dort ist Fotografierverbot und ich habe mich der Fairness wegen auch gerne dran gehalten, deshalb gibt es wirklich keine Bilder. Hier war es echt spannend und die Gesichter der Kollegen sprachen Bände, ob des Wissens um diese einmalige Chance. Herr Kaleu hat uns die Abläufe dort so nah gebracht, dass man meinte, wir wären direkt im Einsatz.

Anschließend ging es in die schiffstechnische Zentrale, dem Herz des Schiffes.

Fregatte Augsburg 11

Mit einem Besuch der Kombüse und der PUO-Messe endete der Besuch schon fast und wir haben das Schiffsinnere über das Schanzdeck verlassen. Dort steht das letzte Objekt, welches mich total interessiert hat, die „Nixie“ (Torpedotäuschkörperanlage).

Fregatte Augsburg 12

Über eine Leiter ging es dann auf das Hubschrauberlandedeck und über die Stelling von Bord.

Ich danke der Besatzung der Fregatte „Augsburg“ für die Möglichkeit dieser wohl für schiffsfremde Personen einmaligen Führung aufs herzlichste.

Ich habe heute einen super Einblick in die Schiffs-, Waffen- und Sensorentechnik bekommen und mit den gemachten Bildern der letzten 7 Tage sollte es möglich sein, den Kartonmodellbaubogen in hoher Qualität zu konstruieren.

Für mich geht es für die letzten Recherchen zum neuen Modellbaubogen morgen zur Kieler Woche und dort während des allgemeinen OpenShip natürlich auch auf die Fregatte „Lübeck“. Ein weiterer Besichtigungstermin auf der Fregatte „Lübeck“ ist kommenden Freitag, an dem ich sehr gerne eine Einladung des Waffenoffiziers zu einer Führung wahrnehme. Mal sehen, was mich dann noch erwartet, der heutige Tag ist schwer zu toppen.

Fregatte „Lübeck“ – Spantengerüst

Wer mehr Informationen zum Vorbild haben möchte, den verweise in an dieser Stelle sehr gerne auf meine Homepage, die sehr viele Daten und Bilder zum Original bietet und permanent erweitert wird.

Dieser Bericht ist kein Kontrollbau sondern ein konstruktionsbegleitender Baubericht-light, an dem ich die Machbarkeit meiner gezeichneten Bauteile und auch Fortschritte zeigen möchte. Es wird sich während des Berichts sicherlich zeigen, dass das eine oder andere so nicht zu bauen geht, wie ich es mir vorstelle. So kann es sein, dass ich schon das geplante Spantengerüst verwerfe und anders mache. Apropos „Spantengerüst“ …

… es geht auch schon gleich los mit der Neu-Konstruktion des Spantengerüstes. Ja, ich habe es nicht „durchgezeichnet“. Durch das Vorhandensein eines Spanten- und Seitenrisses habe ich die Spantabstände gegenüber dem WHV-Modell allerdings leicht verändert. Außerdem sind zwei zusätzliche Längsspanten hinzugekommen, die nicht nur im Bereich des Schanzdecks  mehr Unterstützung bieten. Im Bugbereich sind zwei Stringer dazugekommen. Die Querspanten haben im Übergang vom Deck zur Bordwand eine Rundung erhalten, an die sich später die Bordwand anschmiegen soll. Kleine Aussparungen im Spantengerüst sollen später Klebelaschen, die unter das Hauptdeck geklebt werden, aufnehmen können. Im achteren Mittelspant ist noch eine größere Aussparung vorgesehen, in die später alternativ die Konstruktion des Hubschrauberfanggitters untergebracht wird – wie schon beim EGV.

Luebeck - Spanten Luebeck - Spantengeruest

Beim Mittelspant und den Längsspanten stellte sich mir die Frage, ob ich diese über das Hauptdeck hinaus ziehen oder mit dem Deck abschließen soll (mein persönlicher Favorit). Ich habe hoffentlich zunächst einen guten Mittelweg gefunden, aber das wird sich wohl später noch zeigen. Mittschiffs werden genannte Spanten um ein Deck und bei der Brücke um zwei Decks über das Hauptdeck hinaus gezogen.

Grundsätzlich ist das Spantengerüst nicht zu verdoppeln (macht bei diesen Abständen auch keinen Sinn) und auch die Klebelaschen an den Grundplatten, an der später die Bordwände angeklebt werden, sind weiterhin vorhanden. Bei anderen Techniken, wie etwa das Vervielfachen der Grundplatte oder die Verwendung von Finnpappe, sehe ich keine Vorteile sondern nur unnötigen Mehraufwand.

By the way: heute legt die Fregatte „Augsburg“ um 18:30 Uhr im Lübecker Burgtorhafen an und bleibt voraussichtlich bis Sonntag 19:00 Uhr. Leider ist sie wegen diverser Rettungs- und Brandschutzübungen im Hafen am Wochenende für das Publikum nicht geöffnet, aber ich habe morgen Nachmittag trotzdem einen Besichtigungstermin und hoffe, dass ich in Bereiche komme, in die man beim OpenShip normalerweise nicht darf. Ich werde berichten…

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