Kategorie: HMV-Modelle (Seite 2 von 26)

„Cap Arcona“ – Lüfter

Nun ja, es ist bereits über ein Jahr her, dass ich an dieser Baustelle etwas getan habe. Zwischendurch habe ich an der Fregatte „Lübeck“ konstruiert, das norwegische Dampfschiff „Børøysund“ konstruiert und fertig gestellt, den Leuchtturm „Westerheversand“ von Shipyard gebaut, die RoKo-„Cap San Diego“ bis zur Brücke gebaut, ein Wehrforschungsschiff „Planet“ fertig gebaut sowie ein neues Modell für mein eigenes Label konstruiert (es lassen sich übrigens wieder zwei Modelle bauen), welches aktuell beim Kontrollbauer angekommen ist und wohl im Januar erhältlich sein wird.

Es war gar nicht so einfach, sich wieder in das Modell zu denken. Zuletzt waren die Lüfter auf dem Spieldeck dran und ich kann mich erinnern, dass es dort Probleme gab, weil einige Sockel als Bauteil gar nicht im Bogen vorkommen bzw. einige Markierungen an Deck und Aufbauten Rätsel aufgaben, die mich seinerzeit zu einer Bauunterbrechung nötigten.

Hier also der aktuelle Stand beim Weiterbau. Die ersten Lüfter vor dem dritten Schornstein stehen und bei Lüfter 165 und 171 ist der Sockel definitiv zu schmal.

Nun sind die beiden Lüfter 166 und 167 gebaut und ich darf feststellen, dass diese überhaupt nicht an ihre Position passen können. Ich musste für 166 einen Sockel bauen, der im Bogen nicht enthalten ist. Des Weiteren ist der abgewinkelte Stutzen hier völlig fehl am Platze. Beim Lüfter 167 genügt ein Nacharbeiten der kleinen Grundplatte, dass der Lüfter an seine Position passt. Die Anleitung zeigt an dieser Stelle übrigens einen anderen Lüfter.

Ein weiterer Höhepunkt sind die Lüfter 168 und 173. Deren Markierungen auf Deck und Podest sind verschoben. Und wenn die Lüfter an Bord sind, dann passt auch nichts wirklich gut zusammen. Der Grund ist ganz einfach: es sind die falschen Lüfter – entweder als Bauteile oder in der Anleitung.

 

Die unbefriedigende Hängepartie geht mit fehlerhaften Bauteilen (falsche Strichcodes, mal zu kleine, dann wieder zu große Markierungen) und einer Anleitung weiter, die hier nicht wirklich passt. Egal, die Lüfter sind nun irgendwie an Deck und niemand weiß, ob das so richtig oder falsch ist.

Mit dem Bau der Lüfter breche ich die Korrektur der Bauteile im seinerzeit zur Verfügung gestellten Bogen ab und führe meine mittlerweile dreieinhalb Seiten lange Fehlerliste nur noch grob mit.

Kritik an Kartonbaubögen darf es gemäß Aussage des Verlages nicht geben, denn so etwas ist ja überflüssig. Ich entschuldige mich deshalb lieber für meine ungeduldige Kreativität beim Bau dieses massiv mit Fehlern behafteten Liners. Man kann für den Verlag nur hoffen, dass er vor einer geplanten Neuauflage das Modell komplett und vor allen Dingen gewissenhaft kontrollbaut (und nicht so planlos wie bei der „TS Hamburg“). Ohne Kontrollbau (bleibt die Frage, wer sich dafür hergibt?) wäre bei dem neuen Bogen, den ich guten Gewissens nicht empfehlen könnte, ebenfalls sehr sehr viel Kreativität gefragt.

Nichtsdestotrotz ist es ein schönes Modell, auch wenn die noch folgenden Lüfter einigermaßen Durchhaltevermögen verlangen. Mal sehen, ob ich das packe…

„Nordstjernen“ in Hamburg

Hier hatte ich den Besuch der „Nordstjernen“ in Hamburg am 16. September angekündigt. Und das Beste ist, die „Nordstjernen“ ist tatsächlich nach Hamburg gekommen. Hier ein paar Impressionen der Ankunft, die von Wasserfontänen eines Museums-Feuerschiffs begleitet wurde.

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Fiete hatte sich im Vorwege um einen Besichtigungstermin gekümmert und die Zusage für den Tag des Einlaufens erhalten. Und weil er auch mich und unsere Frauen angemeldet hat, gilt ihm an dieser Stelle mein ganz besonderer Dank. Es war insgesamt ein ganz besonders schöner und ereignisreicher Tag mit Besichtigung des alten Elbtunnels, Elbefahrt bis Finkenwerder, leckerem Fischbrötchen an den Landungsbrücken und Besichtigung der „Cap San Diego“, die an diesem Tag ein Open-Ship anbot.

Also ging es auch an Bord des Frachtschiffes, von wo wir tolle Blicke auf die „Nordstjernen“ hatten und ich schon viele Detailaufnahmen machen konnte.

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Punkt 14 Uhr und nach einer etwas fragwürdigen Sicherheitskontrolle durften wir die Stelling der „Nordstjernen“ aufentern. Hier nur eine kleine Auswahl meiner insgesamt 330 gemachten Fotos …

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Zum Abschluss gab es an Bord noch kleine norwegische Leckereien, von denen mir der Sjokoladekake med Smørkrem bestimmt in Erinnerung bleiben wird.

Alle Bilder des Besuchs auf der „Nordstjernen“ und der „Cap San Diego“ werden demnächst auch auf meiner Shipspotting-Seite landen.

„Børøysund“ – Takelage, Bestuhlung und Fertigstellung

So ganz allmählich nähern wir uns der Ziellinie.

Auf die Back kommt noch ein Lüfter, der die dortigen Räume versorgt.

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Als nächstes sind die Positionslampen und die Hecklaterne an der Reihe.

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Nun kommen noch die Flaggen an ihre Positionen. Die Postflagge, die an Stelle der Nationalen gefahren wird, kommt achtern an den Flaggstock, die Kontorflagge (VDS) kommt in den Vortopp,der Namenswimpel in den Großtopp.

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Auf dem nächsten Bild sieht man die LC-Platinen. Der größte Teil der dort vorhandenen Teile ist nicht auf dem Modell gelandet. Lediglich Relinge, Niedergänge, die Gräting über dem Ruderquadranten, das Ruder und die Schandeckel vom Vorschiff habe ich verbaut. Alle anderen Teile sind gnadenlos dem Bogen entnommen, es sieht einfach besser aus. Das ist sicherlich nur meine persönliche Meinung, aber das war auch schon bei den Ätzteilen der Fall…

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Damit sind alle erforderlichen Teile aus dem Bogen verbaut, was nun noch fehlt – und kommt – ist die Takelage. Hier erste Impressionen…

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Ich hatte es oben schon erwähnt, eigentlich sollten Tische und Stühle mit im LC-Satz enthalten sein. Tja, in den Pausen, in denen die Befestigungspunkte der Wanten aushärten, kümmere ich mich dann schon mal um das zusätzliche Mobiliar. Und ich brauche die Tische nicht selber zu schnitzen, wie befürchtet, die sind auch in dem Standard-LC-Satz enthalten. Einer steht schon auf dem Sonnendeck, sieht richtich nüdelich aus… 

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Es folgt wieder etwas Takelung…

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Dann wieder ein paar Bilder von den „Gartenmöbeln“. Sind schon ein wenig filigran, aber es sieht schon nett aus.

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Die letzten Takelarbeiten waren dran. Die Geien vom Ladebaum sind keine einfachen Strippen, sondern ich habe jeweils eine Talje angedeutet. Aber wenn die Kleine schon so detailliert daher kommt, dann kann man sich an der Stelle ja auch ein wenig Mühe geben…

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Zwischendurch ist mir auf Bildern aufgefallen, dass die Norweger ihr stehendes Gut weiß gepönt haben. na gut, Also nochmal die weiße Farbe rausgekramt und ein wenig nachgearbeitet. Sogar ohne zu kleckern…
Und damit ist das Schiffchen fertig und präsentiert sich auf dem von anderen Modellen schon bekannten Küchentisch…

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Geschafft. Das kleine Dampferchen ist fertig, nachdem die Takelei fast mehr Zeit in Anspruch genommen hat, als der eigentliche Bau.

Was bleibt zu sagen?
Die BØRØYSUND ist sicherlich kein Anfängermodell, ganz und gar nicht, und die Einstufung in den Schwierigkeitsgrad „mittel“ durch den Verlag halte ich persönlich auch für ein wenig untertrieben. Aber der Bau macht Spaß, der ansonsten gelegentlich auftauchende Unmut über Passungenauigkeiten, wie er bei Modellen aller Verlage auftreten kann, bleibt hier aus. Der Bogen ist einfach gründlich recherchiert und sauber konstruiert; diese kleine Norwegerin verdient absolut das Attribut „klein, aber oho“. Und an den Konstrukteur ein großes „BRAVO ZULU“! Er hat eindeutig unter Beweis gestellt, dass es möglich ist, ein Modell nahezu ohne Fehler zu konstruieren. (Die zu lang geratene Glockenhalterung ist die berühmte Ausnahme, die die Regel bestätigt…)
Die „nur“ zwei Bogenseiten Bauteile könnten zu dem Schluss verleiten, das Ding bau ich mal so eben nebenbei. Vor einer solchen Einschätzung kann ich nur warnen. Die Abmessungen der Bauteile drücken doch ein wenig auf das Tempo. Und für manche Teile sollte man sich wirklich Zeit nehmen. Beispiel: Beiboote. Bei denen sollte man schon ein wenig Zeit darauf verwenden, die Bootskörper sorgfältig vorzubereiten. Aber das Ergebnis spricht für sich. Gleiches gilt für die Winden, bei denen ich nur dafür plädieren kann, die Teile aus dem Bogen zu verwenden. Gut, man muss dann die Kanten färben und das auch noch ganz vorsichtig, von wegen die Filigranität und so, aber sie sehen mit der Textur vom Bogen einfach besser aus.

Abgeschlossen wird der Bericht mit einer „Portraitaufnahme“ der kleinen Norwegerin zusammen mit einem dazu passenden Getränk. Ist zwar nicht die Reederei, aber die Region… Und im Vergleich zu dem Glas wird dann nochmal deutlich, wie klein das Teil eigentlich ist.

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An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Fiete dafür bedanken, dass er mir diesen wunderbaren Baubericht für meinen Blog zur Verfügung gestellt hat.

Dieser nun abgeschlossene Baubericht ist natürlich hier im Download-Bereich als PDF-Datei verfügbar.

„Børøysund“ – Masten

Nach der Nicht-Panne kann man darüber, dass aus den Teilen 46 a und b plötzlich die Teile 47 a und b geworden sind (die es damit nun zweimal gibt) nur müde lächeln…
Damit bin ich beim achteren Mast angelangt, der ansonsten keine weiteren Besonderheiten aufweist. Einfach wie gewohnt rollen, verkleben, die Mastringe a und b anbringen und den Mast dann einbauen, fertig.

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Der nun folgende vordere Mast ist ein wenig aufwändiger. Zunächst mal wieder eine Totale von der kleinen Norwegerin mit dem eingesetzten vorderen Mast. Statt des Cent-Stücks mal zur Abwechslung eine etwas passendere Münze: ein 1-Kronen-Stück aus dem Jahre 1957. Da war das Schiff noch im aktiven Dienst…und ich drei Jahre alt 

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Als nächstes ist der Ladebaum an der Reihe. Es gibt dort keine Hangertalje, sondern nur eine fest am Mast angeschäkelte Hangerkette (Bild 147). Also mache ich das bei dem Modell genau so. Zunächst kommt also nur der Hanger an den Mast, Runner und Geien kommen später zusammen mit der übrigen Takelage.

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Wie man auf dem nächsten Bild sehen kann, sind die noch zu verbauenden Teile auf einen überschaubaren Rest zusammengeschrumpft, das sollte in absehbarer Zeit zu schaffen sein…

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„Børøysund“ – Sonnendeck

In diesem Bauabschnitt ist einerseits die Reling vom „Sonnendeck“ an der Reihe, andererseits kommen noch ein paar Backskisten und die Jolle drauf.

Allerdings dominieren bei dem Modell die Stehplätze auf dem Sonnendeck. Neben den im Bogen vorhandenen Backskisten sind bei den Ausflugsfahrten dort Tische und Stühle vorhanden. Eigentlich sollten Tische und Stühle mit im LC-Satz enthalten sein, irgendwie hat das jedoch nicht geklappt. Ich schlage vor, bei den Stühlen auf eine Standard LC-Platine zurückzugreifen und die Tische selber zu schnitzen, hinsichtlich der Länge kann man sich an den Backskisten orientieren.

Irgendwann fiel uns auf, dass die Reling dort eigentlich immer mit Relingskleidern versehen ist. Also schnitzte Andreas ein paar Schablonen, damit man aus entsprechendem Papier sich die Teile selber zuschneiden kann. Da werde ich mich dann demnächst auch mit beschäftigen.

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Gesagt – getan. Dünnes Seidenpapier, vorsichtig mit Weißleim angebracht und mit weißer Aquarellfarbe etwas nachbehandelt. Achtern kamen schließlich noch zwei Rettungsringe an die Reling, die vier Backskisten wurden auf dem Sonnendeck untergebracht und auch die beiden Bootslager für die Jolle aufgeklebt. In den nächsten Tagen ist also erstmal wieder „Bootsbau“ dran. Und weil die Jolle meist ohne Persenning gefahren wird, wird es auch ein wenig kniffeliger. Aber das ist ja gewollt…

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Auf den Bildern sind die Relingskleider noch ziemlich durchscheinend, liegt sicherlich daran, dass sie vom Nachfärben noch ein wenig feucht sind. Hier nochmal zwei Aufnahmen, auf denen der tatsächliche Eindruck etwas besser zu sehen ist. Die sind auch in natura ein wenig „eingelaufen“…

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Derweil trocknen die Nähte der Jolle gemütlich vor sich hin…

Es gibt Dinge, mit denen rechnet man so gar nicht. Wir haben es uns mit den Booten bei diesem Modell alles andere als einfach gemacht. Ich denke, Andreas hat mindestens vier oder fünf Versionen gezeichnet, bis alles so gepasst hat, wie wir es wollten. Und dann das (Bild 140)! Das Teil c passt nicht! Wie dieses zu kleine Teil den Weg auf den Bogen gefunden hat, ist uns beiden völlig schleierhaft und nicht mehr nachzuvollziehen…
Mir blieb also nichts anderes übrig, als auch der Jolle eine Persenning zu verpassen (wollte ich eigentlich nicht…). 

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Allen Nachbauern empfehle ich, das Teil c rundum einen 1/2 mm breiter auszuschneiden und farblich nachzubehandeln. Tut uns wirklich leid, aber damit haben wir nach all dem Aufwand, den wir hier getrieben haben wirklich nicht gerechnet.
Nun sieht es also wie folgt aus…

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Also, es hat natürlich auch Andreas keine Ruhe gelassen. Und bei seiner Recherche hat sich herausgestellt, der Fehler liegt bei mir. Wie man auf dem folgenden Bild sieht, liegen die Duchten bei der Jolle ein gutes Stück tiefer. Ich hätte also das Teil c ca. 1 mm weit in die Rumpfschale „versenken“ müssen, dann hätte es gepasst. Allerdings hätte ich dann auch die Innenseite braun färben müssen, aber das wäre kein Problem gewesen. Allerdings, um noch eine ziemlich schwache Ausrede zu bringen, aus den Anleitungsbildern ging das nicht so ohne weiteres hervor und die Bilder auf dem Titel lassen auch Fehldeutungen zu.

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Egal, bei mir ist jetzt eine Persenning drauf und das bleibt auch so, die Ehre des Konstrukteurs ist gerettet und überhaupt, war was? 

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