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Fregatte „Lübeck“ – Konstruktion abgeschlossen

Es ist so gut wie geschafft. Die Konstruktion ist zu 99,9% abgeschlossen. Es fehlen nur noch die Relingteile am Hauptdeck, die ich demnächst während des Anleitungsbaus erstellen werde.

Zuletzt war das Backdeck mit dem Bordgeschütz, Wellenbrecher, Ankerwinde mit Bedienstand, Ankerkette, Gösch, Lüfter, Poller, Umlenkrollen und Klüsen dran.

Backdeck

Auf Steuerbordseite ist mittschiffs die Stelling dazu gekommen.

Stelling

Und das Landedeck hat die Fanggitter und den Flaggenstock erhalten. An der Bordwand ist auch der Schraubenschutz zu erkennen.

Landedeck

Der nächste Schritt zum verkaufsfähigen Modellbaubogen wird das Bogenlayout sein. Eigentlich ist auch das so gut wie fertig, aber ich möchte noch Änderungen einzeichnen, wie ich sie schon bei den Hafenschleppern verwendet habe. Bis Mai/Juni möchte ich die Bauanleitung und Teileliste mit Bogenreferenzen fertig haben. Dann geht alles zum Kontrollbauer. Und wenn es dann gut läuft, sollte einer Veröffentlichung des Bogens im Dezember 2017 nichts mehr im Wege stehen.

Selbstverständlich plane ich auch wieder einen Ätzteil-Zubehörsatz.

Hier abschließend zwei Gesamtansichten der „Schokoladenseite“. Wie schon geschrieben, habe ich nicht alle Baugruppen in der vollen Anzahl gebaut. Auch sind die Grautöne nicht homogen, weil ich einerseits die endgültigen Töne während des Baus ermittelt habe und andererseits meine beiden Tintenstrahldrucker unterschiedliche Qualitäten liefern. Bei einem 5-Farb-Heimdrucker muss man eben Abstriche gegenüber dem professionellen 12-Farbdrucker machen.

Gesamtaufnahme Gesamtaufnahme

Ein neuer Kleinverlag

„Ein kleiner Schritt für die Kartonmodellbaugemeinde,
aber ein großer Schritt für mich!“

Am 3.Mai 2016 hatte ich meine Neuausrichtung im Kartonmodellbau verkündet. Dazu habe ich mir in den letzten Monaten viele Gedanken gemacht und viele Gespräche geführt. Das Ergebnis ist ein neuer Kleinverlag.

Viele Ideen mussten irgendwie umgesetzt werden. Die wichtigste Frage war jedoch: Offset-Druck oder Tintenstrahl-Druck? Auf Grund mangelnden Lagerplatzes in meinem Zuhause blieb nur der Tintenstrahl-Druck, weil ich dann „on-demand“ drucken kann.

Aber womit drucke ich meine Konstruktionen und auf welchem Karton? Der Drucker ist jetzt ein professioneller Tintenstrahldrucker mit einem 12-Farben-Tintensystem und wasserfester LUCIA-Pigmenttinte geworden. Beim Papier habe ich lange gesucht, bis ich endlich das richtige tintenstrahltaugliche Papier in 80g/m², 120g/m² und 160g/² gefunden habe: Das 160g-Papier hat bei „normaler“ Raumfeuchte eine Stärke von 0,176mm und ist somit ideal für den Kartonmodellbau. Auf 120g-Papier drucke ich die kleinen zu rollenden Bauteile wie Poller, Positionslaternen, Topplichter, Stengen oder auch Flaggen. Ansonsten hat der Tintenstrahldruck den Vorteil des preiswerten farbigen Rückseitendrucks und ich kann gefundene Probleme/Fehler sofort korrigieren und der nächste Kunde bekäme eine fehlerkorrigierte Version in die Hand.

Weitere Punkte für den Aufbau eines Eigenverlags betrafen das Logo wie auch ein Corporate Identity der Titelseite, des Bogens und der Anleitung und endeten bei der Vorlage einer Rechnung für den Kunden. Dazu kommt der Aufbau eines SSL-geschützten Online-Shops in Verbindung mit Zahlungsverkehr und Versand und natürlich die zugehörige Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde.

Der erste Modellbaubogen unter dem neuen Label „KvJ“ – Kartonmodellbaubogen von Jabietz – wird gleich zwei Modelle beinhalten, die Seehafen-Assistenzschlepper „BUGSIER 17“ und „BUGSIER 18“.

Wie bin ich auf das Modell gekommen? Die Idee ist (eigentlich) schon während der Konstruktion der „Børøysund“ geboren worden. Fiete hat damals den Kontrollbau der kleinen Norwegerin gemacht und als sein Sohn, der im Juni 2005 ein Schülerpraktikum auf dem Schlepper „Bugsier 18“ gemacht hat, das sah, meinte er so nebenbei: „Die Bauanleitung macht sich gut. Ich finde, er macht das so gut, dass er auch ein guter Konstrukteur für die ‚18‘ wäre!“. In einer der nächsten Mails von Fiete kam dann auch die Frage an mich: „Weißt du, was Freddy gerade gemeint hat?“.  So ist die Idee entstanden.

Mit meiner bestimmenden Aussage „… und du machst wieder den Kontrollbau!“ war auch der Kontrollbauer wieder festgelegt, worüber ich mich sehr gefreut habe. Nur hatte ich für die Konstruktion keinerlei Pläne und das Internet hat außer Fotos auch nichts geliefert. „Andreas soll mal in der Inspektion von Bugsier anrufen!“, kam von Freddy. Gesagt – getan. Und unglaubliche 15 Minuten später hatte ich den Generalplan als Mailanhang. Weitere 60 Minuten später trudelte auch noch der Linien-, Seiten- und Spantenriss samt Stahlplan in digitaler Form ein.

Während der Konstruktion bin ich öfters auch in Hamburg gewesen und konnte vom Pier aus oder auch während einer Vorbeifahrt mit den Hafenfähren ein paar Fotos machen. Aber für die Texturen war das einfach nicht ganz ausreichend. Ich musste dafür an Bord gehen! Ein weiteres Telefonat mit der Inspektion stellte den Kontakt zum Schlepper her. Ein Besichtigungstermin war schnell ausgemacht, nur leider lag der Schlepper an jenem Tag in Bützfleth bei Stade und das ist von Travemünde eine kleine Weltreise.

An Bord angekommen kam gleich die Hiobsbotschaft, dass sie einen Schleppauftrag hätten und spätestens in 15 Minuten ablegen müssten. Also bin ich mit dem Fotoapparat schnell über das Deck und noch kurz auf die Brücke gegangen, bevor dann auch schon die Leinen losgeworfen wurden. Leider blieb keine Zeit für ein Käffchen oder einen längeren Klönschnack an Bord. Zuhause habe ich dann bemerkt, dass ich trotzdem noch ein paar Ecken nicht fotografiert hatte, aber da konnten mir Fiete und Freddy aushelfen.

Zur Konstruktion des Schleppers ist noch zu sagen, dass ich vier Rümpfe gebaut habe, bis die Bordwandabwicklung so geworden ist, wie sie jetzt ist. Anschließend habe ich ein Modell komplett gebaut, um zu sehen, welche Bauteile möglich sind und auch nötig sind. Der letzte Bau aus dem vorläufigen Bogen war für die Bauanleitung notwendig. Letzte Korrekturen sind in den Bogen geflossen, der danach zum Kontrollbauer gegangen ist. Auch da sind weitere Korrekturen in den Bogen und die Anleitung eingegangen, so dass die beiden Schlepper jetzt meinen Ansprüchen einer Qualitätskontrolle entsprechen und in den Verkauf gehen.

Insgesamt ist ein 6-seitiger Modellbaubogen draus geworden, der jeweils 640 Bauteile pro Modell beinhaltet. Die achtseitige Bauanleitung enthält auf der ersten Seite Hinweise zum Bau von meinen Modellen, dann folgen sechs Seiten bebilderte Bauanleitung, Skizzen und ergänzende Texthinweise sowie auf der letzten Seite eine Liste der Bauteile. Außerdem finden sich Fotos von den Vorbildern im Modellbaubogen. Eine ausführlichere Bogenvorstellung ist hier zu lesen, wo der Bogen auch bestellt werden kann.

Optional gibt es eine Ätzteilplatine aus 0,15mm starkem Neusilber mit den Relingteilen, Leitern, Niedergängen und Scheibenwischern für beide Modelle.

Fregatte „Lübeck“ – Hangardach und -rückwand

Die restlichen Baugruppen für das Hangardach sind fertig. Da wäre das große SAT-COM-Radom (hier nur auf einer Seite gebaut), in der Mitte das kleine SAT-Radom (der Mast muss in der Höhe noch halbiert werden), der Fuß für die Stabantenne und der Flammabweiser für die RAM-Werfer. Bei letzterem ist mir leider ein Missgeschick passiert. Als ich den Werfer am Basteltisch auf seinen Sockel kleben wollte, ist mir dieser von der Pinzette geflitzt. Und wie ich so mit dem Schreibtischstuhl zurück rolle … platt. Also wird der RAM-Werfer beim Anleitungsbau erneut geprüft.

Hangardach

Die Hangarrückwand ist nun über dem Sektionaltor auch mit dem Horizontalbalken (Krängungsanzeige) und seitlich mit der Flugdeckbeleuchtung ausgestattet. Wie ich feststellen konnte, lassen sich die Röhren der Beleuchtung aus 120g/m²-Papier sehr gut bauen, so dass unter den jetzt vorhanden Lampen noch weitere 6 Lampen dazukommen, die allerdings nur halb so lang sind.

Zwischen Flammabweiser (hier fehlen nach achtern noch die „richtigen“ Stützen) und der Dachkante ist noch die optische Anflughilfe (Gleitpfadsender) hinzugekommen.

Hangarrückwand

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal daran erinnern, dass dieser Bau nur eine Art Machbarkeitsstudie ist und nicht das endgültige Modell darstellt. Ich probiere mit diesem Bau insbesondere bei den Kleinteilen aus, welche noch gut baubar sind und welche später vom Bastler unter dem Motto „Supern“ hinzugefügt werden dürfen. Auch stimmen die Farbwerte des Grau nicht mit denen im zu erwartenden Bogen überein.

Bis zu diesem Bauzustand sind übrigens ca. 1.650 Teile im Bogen verplant. Bis zum Konstruktionsende könnten es etwa 2.000 Teile auf 13 DIN-A4-Bögen werden.

Damit geht es demnächst mit dem Backdeck weiter.

Fregatte „Lübeck“ – TRS-3D-Radar mit Podest

Ein weitere markante Baugruppe ist fertig. Es ist das TRS-3D-Radar, welches beim Vorbild für die Entdeckung und Verfolgung von Luft- und Seezielen konzipiert wurde.

Das Radar steht auf einem Podest und dieses wiederum auf dem Dach des Hangars. Leider war mir bei meinem Termin auf „Lübeck“ der Aufstieg auf den Hangar wegen Radarbetrieb verwehrt, so dass ich auf Fotos „aus der Ferne“ zurückgreifen musste. Das Podest besteht aus 29 Bauteilen. Ich musste hier einige Kompromisse eingehen und Teile weglassen bzw. verdreifachen, weil alles andere nicht wirklich gut baubar wäre.

Das Radar selbst besteht aus 36 Bauteilen. Ich bin total begeistert 🙂

Hier ist das Radar auf dem Podest…

Hier ist alles auf dem Hangar…

Und so sieht es insgesamt aus…

Fregatte „Lübeck“ – Großmast

Der Großmast ist aufgestellt. Der komplette Mast wird aus etwa 90 Teilen gebaut. Ich habe für meine „Machbarkeitsstudie“ die Laternen und drei Podeste weg gelassen. Ansonsten bleibt für den versierten Bastler und Kenner des Schiffes immer noch genügend Raum zum Supern. Auf dem folgenden Bild ist auch zu sehen, dass ich aus Faulheit nicht alle Dreiecke im Gittermast ausgeschnitten habe.

Durch einen Kommentar von Klaus zur Abwicklung der Radome, habe ich mich für das kleine Radom auf dem Mastausleger für die „Orangenschalenvariante“ entschieden. Hier ist es mir mit der Kugelsegmentabwicklung nicht gelungen ein vernünftiges Radom zu erstellen.

In den nächsten Tagen folgt die Hangardachbestückung mit zwei weiteren großen Radomen sowie dem 3D-Radar.

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