Ja, richtig gelesen … in 1:1250.
Irgendwann, es muss etwa Anfang 2023 gewesen sein, las ich zum ersten Mal in einem deutschen Modellbauforum Bauberichte von Schiffsmodellen im Maßstab 1:1250 und trat diesen Miniaturen aus der Feder von Joachim Frerichs sehr skeptisch und mit einem „naja, warum nicht“ gegenüber. In den letzten Monaten baute ein Modellbauer diese Miniaturen quasi im „2-Tage-Rhythmus“ und hat mich mit dem Diorama des Hafens von Helgoland ein wenig mehr eingefangen. Also habe ich mich mal neben der Konstruktion meines Jubiläumsmodells für 2027 etwas mehr mit den Modellen in 1:1250 beschäftigt und mir eins besorgt. Die Modelle sind für wenig Geld als Download hier https://ecardmodels.com/vendors/ipcy/ in großer Auswahl erhältlich.
Mich interessierten nun zunächst die Modelle der bekannten Kontrolleinheiten See des deutschen Zolls: die „Helgoland“ und die „Borkum“. Ich hatte seinerzeit die Konstruktion in 1:250 von Peter Brandt vollendet und kenne deswegen die Vorbilder. Der Preis für die vier Modelle beträgt 3 USD, was aktuell 2,58 € entspricht.
Gemäß Beschreibung sollen 4 Modelle aus dem Bogen zu bauen sein, die jeweils aus 39 Bauteilen bestehen – wenn ich richtig gezählt habe sind es sogar 40 Bauteile plus ein Reserve-Radar.
4 Seiten Bauanleitung zeigen den Zusammenbau und auf 5 Seiten sind Galeriebilder der Modelle dabei. OK, man muss die Bogen selbst ausdrucken und deren Qualität ist dadurch natürlich vom Drucker und seinen verwendeten Farben abhängig.
Möge der Bau beginnen…
Die acht Bauteile der ersten Baugruppe beschäftigen sich mit dem Rumpf. Das Hauptdeck wird zunächst verdoppelt. Die Schwimmer des Katamaran-Rumpfes bestehen aus jeweils drei Teilen.
Das Verdoppeln der Grundplatte war einfach. Die beiden Rumpfteile auf jeder Seite habe ich statt mit Weißleim mit dem Inhalt der flinken Flasche angesetzt, weil ich dadurch etwas mehr Zeit zum genauen Positionieren hatte. Das war gut so! Und weil die mit „Küstenwache“ bedruckten Teile ca. 0,3 mm höher sind als die Teile ohne Aufdruck, sollen diese offensichtlich auf die Deckskante geklebt werden.
Nun werden die Schwimmer geschlossen. Das geschieht vorsichtig mit Weißleim und geht auch ganz wunderbar.
Achtern wird noch die dreieckigen Heckspiegel aufgeklebt und nach 35 Minuten Bastelzeit ist der Rumpf Geschichte.
Weiter geht es mit den sechs Aufbauwänden der Baugruppe 2. Wenn ich mir vorstelle, wie ich seinerzeit nach Details für die Texturen der Wände gesucht hatte. Hier ist es eher die Kunst des Weglassens und das ist klasse gelöst!
Die Aufbauwände stehen … und die Inneneinrichtung wurde bereits mit Spanten der Baugruppe 3 ausgestattet.
Es folgt das Bootsdeck und weitere Aufbauwände sowie noch ein Spant – alles noch Baugruppe 3. Die „Wall 8“ war bei mir an ihren langen Seiten ein paar Zehntel zu lang und musste gekürzt werden, damit sie auf ihre Markierung passt.
Mal so zwischendurch … das Modell ist echt „geil“ und macht einen Höllenspaß. Jetzt kann ich Günter aus dem Forum endlich verstehen, warum er diese Winzlinge zusammenklebt!
Das Brücken- bzw. Winchdeck ist drauf; ebenso das Brückenhaus mit Peildeck. Die Brückenfester habe ich, wie schon zuvor die Fenster in den Aufbauten, nicht ausgeschnitten. Zwei vervierfachte Schlote, das Radar und der Mast vervollständigen den Bereich um die Brücke herum.
Was fehlt noch? Ein Arbeits- und ein Speedboot. Damit ist das Modell nach gut 100 Minuten fertig.
Das hat echt Spaß gemacht … und gute Laune … und war ganz bestimmt nicht mein letztes 1:1250er Schiff. Wenn man bedenkt, dass noch die „Borkum“ gebaut werden könnte sowie die gleichen Schiffe noch einmal mit dem Rumpf der älteren grünen Farbgebung, dann versprechen 2,58 € ganz viel Bastelfreude.
In diesem Maßstab sind natürlich keine hochdetaillierten Modelle zu erwarten, man könnte sie aber bestimmt noch etwas pimpen. Und man könnte sich beispielsweise eine kleine Hafenanlage als Diorama erstellen, die im Vergleich zum Maßstab 1:250 nur 1/25 der Fläche benötigen würde. Da kommen mir jetzt aber ganz viele Ideen, bei denen es nicht um die Präzision eines Modelles geht, sondern um das, was man damit darstellen könnte – eben ein maritimes Diorama.
































