Fregatte „BAYERN“ löst Fregatte „LÜBECK“ am Horn von Afrika ab

Autor: Lydia Knaak – Quelle: www.einsatz.bundeswehr.de

Die Fregatte „BAYERN hat nach ihrem zweiwöchigen Transit die Fregatte „LÜBECK“ am Horn von Afrika abgelöst. Fregattenkapitän Frank Fähnrich, Kommandant der „BAYERN“, übernahm das Kommando über das 20. Deutsche Einsatzkontingent der EU-Mission „Atalanta“. Die „LÜBECK“ verabschiedete sich nach ihrem viermonatigen Einsatz Richtung Heimat und wird Ende Februar in Wilhelmshaven zurückerwartet.


v.l. Fregattenkapitän Fähnrich, Brigadegeneral Poschwatta, Vizeadmiral Brinkmann und Fregattenkapitän Semrau (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)

Mit dem feierlichen Übergabezeremoniell am Nachmittag des 10. Februar übergab der scheidende Kontingentführer und Kommandant der Fregatte „LÜBECK“, Fregattenkapitän Peter Christian Semrau, das Kommando über das deutsche Einsatzkontingent der Operation „Atalanta“ an seinen Nachfolger, Fregattenkapitän Frank Fähnrich. Geleitet wurde das Zeremoniell durch den Stellvertretenden Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Brigadegeneral Thorsten Poschwatta. Auch der Stellvertretende Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Rainer Brinkmann, ließ es sich nicht nehmen, am Kontingentwechsel teilzunehmen. Zu den weiteren Ehrengästen gehörten der Deutsche Botschafter in Djibouti, Wolfgang Piecha, sowie hochrangige Gäste unterschiedlicher Nationen, wie zum Beispiel aus Frankreich, Japan und Spanien. Die zahlreiche Teilnahme sei ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung aller Soldaten des Einsatzkontingentes „Atalanta“, betonte Brigadegeneral Poschwatta in seiner Rede.

„LÜBECK“ blickt auf erfolgreichen Einsatz zurück


Brigadegeneral Poschwatta vollzog den Kontingentwechsel (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)

Der Auftrag im Einsatz ist für beide Schiffe gleich. Es gilt, die Schiffe des Welternährungsprogramms (WFP) zu schützen, die Schifffahrts- und Handelswege zu sichern und die Piraterie am Horn von Afrika zu bekämpfen. Die Präsenz der Schiffe verschiedener Nationen zeigt Wirkung. Vor diesem Hintergrund fuhr der Stellvertretende Befehlshaber fort: „Die Fregatte „LÜBECK“ hat überwiegend Routineoperationen durchgeführt. Dies ist ein gutes Zeichen dafür, dass der Einsatz unaufgeregt und von höchster Professionalität aller Männer und Frauen der „LÜBECK“ geprägt ist.“ Die Statistiken zeigen die Effektivität der Operation: Die Anzahl der Piraterie-Vorfälle ist drastisch zurückgegangen und befindet sich derzeit auf einem Tiefstand. Im vergangenen Jahr gab es lediglich zwei versuchte und zugleich gescheiterte Piratenangriffe.


Die Besatzung ist angetreten aus dem Flugdeck zum feierlichen Übergabezeremoniell (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)

Seit Oktober 2014 war die Fregatte „LÜBECK“ im Operationsgebiet. „Während des gesamten Einsatzzeitraumes hat die „LÜBECK“ ihren Auftrag vorbildlich erfüllt.“, so General Poschwatta. Von 130 Tagen Einsatz hat die Besatzung 97 Tage auf See und 33 im Hafen verbracht. Gleich zu Einsatzbeginn besuchte der italienische Seekommandeur des EU-Verbands, Konteradmiral Guido Rando, das Schiff, um persönlich einen erfolgreichen Einsatz zu wünschen. Die Route führte von Djibouti bis nach Madagaskar und damit zum ersten Besuch eines deutschen Kriegsschiffes auf der Insel seit dem Jahr 1914.
Zu Anfang des Jahres 2015 eskortierte die „LÜBECK“ für zehn Tage das Schiff „MV LIBERTY“ des WFP in einen somalischen Hafen. So sorgte die Besatzung dafür, dass dringend benötigte Hilfsgüter die Bevölkerung in Somalia erreichen können. Auf diplomatischer und internationaler Ebene zählten die gemeinsamen taktischen Übungen mit den japanischen Kriegsschiffen „TAKANAMI“ und „ONAMI“ und zivil-militärische Ausbildungen im Rahmen der EU-Mission EUCAP Nestor zu den Höhepunkten. Der Kommandant der „LÜBECK“, Fregattenkapitän Semrau, fand lobende Worte für seine Besatzung: „Sie sind den an Sie gestellten Anforderungen jederzeit mehr als gerecht geworden und haben den von uns geforderten Auftrag vorbildlich erfüllt. Sie sind ein Team, auf das ich äußerst stolz bin und über das sich ein jeder Kommandant glücklich schätzen kann.“ Am nächsten Morgen begab sich die „LÜBECK“ auf den Weg Richtung Heimathafen. Das Einlaufen in Wilhelmshaven ist für den 27. Februar geplant.

„BAYERN“ gut gerüstet für die kommende Zeit


Der alte und der neue Kontingentführer im Containerdorf der DVUG (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)

Neben dem Übergabezeremoniell nahmen sich beide Kommandanten die Zeit, die Deutsche Verbindungs- und Unterstützungsgruppe (DVUG) in Djibouti zu besuchen. Sie kamen mit den Soldaten ins Gespräch, die für die logistische und administrative Unterstützung der Schiffe und Flugzeuge im Einsatzkontingent da sind. Der neue Kontingentführer und Kommandant der „BAYERN“, Fregattenkapitän Frank Fähnrich, ist zuversichtlich: „Ich gehe nicht zuletzt dank des guten Eindrucks, den ich hier erhalten habe, mit großer Freude an die neuen Aufgaben heran.“

Hinter der „BAYERN“ liegen eine Instandsetzungsphase und eine intensive Einsatzvorbereitung. Für die kommenden Aufgaben sind das Schiff und die Besatzung nun bestens gewappnet. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im Kontingent, in der Task Force, mit dem Einsatzführungskommando und den vielen unterstützenden Stellen in Deutschland mit all den Zahnrädern, die schon seit Jahren den erfolgreichen Einsatz gegen die Piraterie möglich machen.“, sagte der neue Kontingentführer während seiner Antrittsrede. Der Kommandant und seine Besatzung freuen sich darauf, dass es nun endlich losgehe. Bis Ende Juni wird die „BAYERN“ Teil der internationalen Gemeinschaft am Horn von Afrika sein.


Fregatte Lübeck kurz vor dem Einlaufen in Djibouti (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)

Seit mehr als sechs Jahren ist die Deutsche Marine mit Schiffen, Hubschraubern und einem Seefernaufklärer P-3C „ORION“ an der Operation „Atalanta“ beteiligt. Ab Ende März 2015 wird wieder ein deutsches Flugzeug dieses Typs am Horn von Afrika sein. Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres stehen voraussichtlich wieder Marinehubschrauber des Typs Sea Lynx Mk 88A an Bord der Fregatte „BAYERN“ zur Verfügung. Djibouti ist die Basis der deutschen Marine im Atalanta-Einsatz. Die Deutsche Verbindungs- und Unterstützungsgruppe stellt von hier die logistische Versorgung der Einheiten sicher. Dieser Logistikstützpunkt ist die „Spinne im Netz“ und damit die Schnittstelle zu lokalen Behörden. Beide Kommandanten und der Stellvertretende Befehlshaber des Einsatzführungskommandos sind sich einig: Alle an der Operation „Atalanta“ beteiligten Soldaten haben Deutschland in besonderer Weise gedient – durch zahlreiche Tage auf See, durch viele geleistete Flugstunden und durch die Unterstützung an Land.


Fregattenkapitän Fähnrich freut sich auf die bevorstehenden Aufgaben. (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)

 

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