Bewaffnung der „F214“


Bordgeschütz OTO MELARA 76 mm

Mit der Fregatte Klasse 122 wurde auch auf großen Überwassereinheiten die 76mm L/62 METL OTO Melara (Marine Einzel-Turm-Lafette) der italienischen Firma OTO Melara eingeführt. Zuvor hatten schon die Schnellboote der Klassen 148, 143 und 143A dieses Geschütz erhalten.
Im Geschütz selbst befindet sich keine Bedienungsmannschaft. In der Umladekammer (Raum direkt unter dem Geschütz) sind im Gefecht drei Mann eingesetzt. Ihre Aufgabe besteht vor allem in der Nachbestückung der zwei Beladeringe, aus denen das Geschütz mit Munition versorgt wird.
Die leeren Patronenhülsen werden nach außen auf das Deck geworfen. Die Gefechtsmunition ist mit einem Annäherungszünder (gegen Luftziele) ausgestattet. Er kann aber vor dem Schuss noch auf „Aufschlag“ umgestellt werden. Ein einmal umgestellter Zünder kann jedoch nicht wieder zurückgesetzt werden.

Technische Daten
Hersteller: 1963-2001 Oto-Melara / 2001- OtoBreda
Herstellungsdatum: Compact: 1964 / Super Rapid: 1988-
Kaliber: 76,2 mm
Rohrlänge: 4,72 m
Leergewicht: 7900kg (Super Rapid)
Granate: 76 x 900 mm / 12,34 kg
Höhenrichtbereich: – 15° to + 85°
Setenrichtbereich: 360°
Schussfolge: Compact: 85 Schuss/min / Super Rapid: wählbar von Einzelschuss bis 120 Schuss/min
Mündungsgeschwindigkeit: 925 m/s (1100 m/s – DART)
Magazin: Compact: 80 Patronen / SR: 85 Patronen
Reichweite: 16000 m mit Standardmunition
20000 m mit High-Range-Munition
40000 m mit VOLCANO-Munition

RIM-7 Sea Sparrow mit MK-29-Starter

Die RIM-7 Sea Sparrow (auch NATO Sea Sparrow Missile System (NSSM)) ist ein schiffgestütztes, radargesteuertes Flugabwehrsystem mittlerer Reichweite, das auf der luftgestützten AIM-7 Sparrow basiert. Hergestellt wird sie von dem US-Konzern Raytheon für fast alle NATO-Mitgliedsmarinen.

Abgefeuert wird der Flugkörper aus einem Achtfach-Starter MK-29. Er steht vor der Brücke und kann acht FK aufnehmen. Es besteht die Möglichkeit, weitere acht FK von Hand nachzuladen. Diese Flugkörper befinden sich in den leicht schräg gestellten Bunkern hinter dem Starter.
Der Flugkörper wird vom Feuerleitradar STIR zum Ziel gelenkt. Das geschieht dadurch, dass das Radar das Ziel anstrahlt und und der FK die reflektierten Radarstrahlen empfängt und somit in das Ziel gelenkt wird.

Des Weiteren verfügt die Sea Sparrow auch über einen Boden-Boden-Modus, der die Bekämpfung von Oberflächenzielen ermöglicht. Dies ist typisch für schiffgestützte Boden-Luft-Lenkwaffen aus US-Produktion. So wurde ein solcher Modus auch für die Standard-Missile-Luftabwehrrakete eingeführt. Aufgrund des relativ kleinen Gefechtskopfes von 40 kg können lediglich kleinere Schiffe effektiv bekämpft werden. So wurden in Übungen schon Schlauchboote mithilfe der Sea Sparrow versenkt.

Auf vielen Schiffen werden während eines Manövers die Deckel des Raketenstarters mit Motiven bemalt. So wie hier bei der Fregatte „LÜBECK“ während der Mission „Atalanta“ 2014/2015.

Technische Daten
Hersteller: Raytheon Co., General Dynamics, and Hughes Missile Systems
Herstellungsdatum: seit 1976
Stückpreis: 165.400 US$
Länge: 3,64 m
Durchmesser: 203 mm
Spannweite: 1.020 mm
Gewicht: 225 kg
Geschwindigkeit: 3,6 – 4,0 Mach
Reichweite: 20 – 26 km

RGM84-Harpoon mit MK-141-Starter

Bei der Harpoon handelt es sich um ein Seeziel-FK, der aus zwei vierfach Startgestellen MK-141 abgefeuert wird.Dieser FK wurde als zweiter Antischiffs-FK in die Bundesmarine eingeführt, da er eine größere Reichweite als die MM-38 („Exocet“) hat. Um diese Reichweite nutzen zu können, mssen die Radaranlagen entsprechen hoch aufgestellt werden. Um über den Radarhorizont hinaus zu kommen, können die Bordhubschrauber als Fremdorter eingesetzt werden. Die Zieldaten müssen jedoch per Sprechfunk übertragen werden.
Konnte die erste Version der Harpoon nur eine gerade Strecke zurücklegen, um dann sein Radar einzuschalten und das Ziel zu treffen, so können die folgenden Versionen so programmiert werden, dass sie auf ihrem Flug mehrere Wendemarken ansteuern und somit das Ziel auch indirekt angreifen können. Somit ist es möglich, dass bei entsprechender Programmierung mehrere FK das Ziel gleichzeitig treffen können.

In der Fachliteratur wird davon gesprochen, dass eine Harpoon ein Schiff in der Größe eines Schnellbootes/Korvette vernichten kann. Zwei FK benötigt man für eine Fregatte und vier Stück für die Zerstörung eines FK-Zerstörers.
Im Endanflug wird das eigene Radar eingeschaltet, um das Ziel aufzuspüren. Diese Phase sollte so kurz wie möglich sein, da die Radarabstrahlungen vom angreifenden Schiff erkannt werden können und somit Abwehrmaßnahmen eingeleitet werden können.

Technische Daten
Hersteller: Boeing Company
Herstellungsdatum: seit 1977
Preis pro Block II: 1.200.000 US$
Länge: 4,6 m
Durchmesser: 34,3 cm
Spannweite: 91,4 cm
Gewicht: 691 kg mit Booster
Geschwindigkeit: 0,85 Mach
Reichweite: ca. 150 km

RAM mit MK-49-Starter

2×21-Zellen Startgeräte MK-49 für den Nächstbereichsflugabwehrkörper RAM (Rolling Airframe Missile). Es handelt sich dabei um einen Fire-and-Forget-FK. Das heißt, nach Zielzuweisung und Abschuss braucht der FK nicht mehr gelenkt zu werden, sondern steuert dann sein Ziel mit Hilfe des eigenen Suchkopfes selbständig an.

In der Anflugphase erfasst der FK sein Ziel durch Erfassung der gegnerischen Radarstrahlung mit Hilfe eines passiven Radarsuchkopfes. in der Endphase übernimmt der Infrarotteil die Lenkung. Neben dieser ersten Version wurde eine verbesserte Version entwickelt, die zusätzlich auch im reinen Infrarotbetrieb das Ziel ansteuern kann, mit dem Ziel: Unterdrückung von Mehrfachzielen, verbesserte Unterdrückung von Hintergründen, Salvenschussfähigkeit und Unterdrückung von Infrarot-Gegenmaßnahmen.
Außerdem ist es möglich auch Ziele anzusteuern, die keine Radarstrahlung abgeben. In der Startphase übernimmt dann der Infrarotsuchkopf mit einem erweiterten Auffassungsbereich die Zielansteuerung.

Das „Rolling“ im Namen besagt, dass er sich während des Fluges um die eigene Achse dreht und sich so selbst stabilisiert. Beide Starter sind auf dem Hangardach positioniert und dienen hauptsächlich dazu, tief anfliegende gegnerische Antischiffsflugkörper rechtzeitig abzufangen.
RAM wurde aus dem für Flugzeuge entwickelten FK „Sidewinder“ sowie dem Radar- bzw. Infrarotsuchkopf des „Stinger“ Flugabwehr-FK entwickelt.

Technische Daten
Hersteller: Raytheon
Herstellungsdatum: seit 1993
Länge: 2,82 m
Durchmesser: 12,7 cm
Spannweite: 44,5 cm
Gewicht: 73,5 kg zuzüglich 11,3 kg Gefechtskopf
Geschwindigkeit: Mach 2+
Reichweite: 9 km
Höhenrichtbereich: – 25° to + 80°
Seitenrichtbereich: 360°

Torpedos 324 mm

Die Fregatten der Klasse 122 können auch Torpedos verschießen.
Es werden zwei Torpedotypen mitgeführt; dies sind der amerikanische MK46 und der Typ DM4A1. Letzterer wurde aus dem amerikanischen MK44 speziell für Randmeere verbessert. Da es hierbei um nicht so große Tiefen geht, wurde das Tiefen-laufverhalten entsprechend angepasst.

Dafür haben sie an den Hangar anschließend auf der Steuerbord- und Backbordseite jeweils einen Raum in dem zwei übereinanderliegende U-Jagd-Torpedorohre installiert sind. Außerdem werden in dem Raum alle Torpedos gelagert.

Technische Daten 
Hersteller: Alliant Techsystems
Herstellungsdatum: 1967 (Mod 0); 1979 (Mod 5)
Länge: 2,59 m
Durchmesser: 324 mm
Gewicht: 231 kg (Gefechtstorpedo)
Tiefe: > 360 m
Geschwindigkeit: > 40 kn
Reichweite: 11 km
Gefechtskopf: 44 kg hochexplosives PBXN-103

Marineleichtgeschütz MLG 27

Das Geschütz, das als Revolverkanone aufgebaut ist, dient als Leichtgeschütz zur Bekämpfung von ungepanzerten oder leicht gepanzerten Seezielen, Flugzeugen, Flugkörpern, aber auch Landzielen. Die Wahl fiel auf die Mauser BK 27, da sich die Waffe im Einsatz beim Tornado und Eurofighter bewährt hatte.
Das Geschütz wird einzellafettiert und fernbedient. Ein Vorteil des Geschützes ist, dass es leicht auf vorhandene Marineschiffe integriert werden kann, da keine Decksdurchbrüche notwendig sind. Zur Zielverfolgung dient neben einer Tageslichtkamera ein Wärmebildgerät. Das Waffensystem ist damit allwetterkampffähig. Das gesamte Feuerleitsystem ist in dem Geschütz integriert. Ein Laserentfernungsmesser erlaubt die Entfernungsmessung sowohl manuell als auch automatisch. Die Munition wird über einen Munitionskasten rechts neben der Waffe zugeführt.

Das MLG 27 ersetzt ab 2008 die anfangs von den Landungsbooten der „Butt“-Klasse übernommenen 20mm-Maschinenkanone Rh-202 der Firma derselben Firma Rheinmetall.

Technische Daten 
Hersteller: Rheinmetall/Mauser
Funktionsprinzip: Gasdrucklader
Kaliber: 27 mm
Gewicht: 850 kg
Höhenrichtbereich: – 15° to + 60°
Seitenrichtbereich: -/+170°
Schussfolge: Compact: 1000 oder 1700 Schuss/min (einstellbar)
Mündungsgeschwindigkeit: 1100 m/s
Reichweite: 2000 m

MK-36 SRBOC

Das Mk 36 SRBOC (Super Rapid Bloom Offboard Countermeasures, deutsch etwa: von Bord abgeschossene sehr schnell entfaltende Gegenmaßnahmen) ist ein Täuschkörperwerfer-System für den maritimen Einsatz.

Das Mk-36-System besteht aus mindestens zwei Werfern, je einer Stromversorgung und einem Munitionsmagazin pro Werfer, der Abschusssteuerung in der Operationszentrale (Combat Information Centre, kurz CIC), die meist mit dem System zur elektronischen Kampfführung AN/SLQ-32 verbunden ist, der Brückensteuerung und einer Reihe von verschiedenen Munitionsarten.
Ein einzelner Mk-137-Werfer besteht aus sechs Werferrohren, die in zwei parallelen Reihen angeordnet sind. Der Werfer wird in zwei Ausführungen für den Einsatz an Backbord und Steuerbord gebaut und wiegt ungeladen 207 Kilogramm. Aus jedem der mörserartigen Rohre werden die Täuschkörper im Kaliber 130 mm abgefeuert. Da die Werfer oder Werferrohre nicht richtbar sind und so die Munition in einem festen Seiten- und Höhenwinkel abgeschossen wird, muss das Schiff manövrieren, um die Werfer zum angestrebten Ziel auszurichten. Die Zündung der Treibladungen erfolgt über elektromagnetische Induktion. Die Mündungsgeschwindigkeit der Täuschkörper liegt beim Mk-137-Werfer bei rund 75 Meter pro Sekunde.


Sea Lynx MK 88A

Die Fregatten der Klasse 122 wurden zu einer Zeit geschaffen, als die Ost-West-Konfrontation noch gegeben war. Damals galten die sowjetischen U-Boote noch als große Gefahr. Um die U-Jagd zu verbessern und größere Gebiete abzudecken, waren bordgestützte U-Jagdhubschrauber die einzige Möglichkeit.
Die Bundesmarine wählte hierzu die von Westland gebaute Marineversion des Lynx. Dieser Helikopter wird als „Sea Lynx MK 88“ bezeichnet. Die Hauptaufgaben liegen in der U-Boot-Jagd und -Bekämpfung, der Aufklärung und der Zieldatenübermittlung. Als Nebenaufgaben gelten der Seenotrettungsdienst und der Personal- und Materialtransport. Seit dem Golfkrieg gibt es im Rahmen der Schiffsüberwachung auch noch die Aufgabe Boarding-Teams auf zu überprüfende Schiffe abzusetzen.

Die Waffe der Hubschrauber ist der Torpedo, der auch von den auf der Fregatte fest installierten Torpedorohren verschossen werden kann. Von den Hubschraubern können jeweils immer nur zwei Torpedos mitgeführt werden. Um diese einzusetzen, muss aber erst ein U-Boot geortet werden.
Hierzu kann der Sea Lynx ein Tauchsonar (Dippingsonar) vom Typ AQS-18 einsetzen. Dieses Sonar der amerikanischen Firma Bendix ist 90 kg schwer und kann mit 5,5 m/s bis in eine Tiefe von 300 m abgesenkt werden. Die durchschnittliche Auffassungsreichweite liegt zwischen 2000 und 12.000 Yards und ist satrk von den Seewetterlagen abhängig.
Die Hubschrauber können zwar theoretisch zwei Torpedos und dem Sonar ausgerüstet werden, aufgrund des dann hohen Gewichts beträgt die Flugzeit nur noch ca. eine Stunde. Deshalb ist es übich, dass ein Hubschrauber mit dem Sonar arbeitet und bei einem U-Boot Kontakt der zweite Hubschrauber mit den Torpedos startet. Die Hubschrauber haben dann eine Flugdauer von zwei Stunden.

Technische Daten 
Hersteller: GKN Westland Helicopters Ltd
Rumpflänge: 13,33 m
Länge über Rotore: 15,24 m
Rotordurchmesser: 12,80 m
Heckrotordurchmesser: 2,36 m
Höhe: 3,67 m
Breite incl Fahrwerk: 2,94 m
Leergewicht: 3.290 kg mit Radar und Sonar
max. Außenlast: 1.360 kg
max. Kraftstoff: 786 kg
max. Startgewicht: 5.30 kg
max. Reisegeschwindigkeit: 255 km/h
Steigrate: 10,1 m/s
Reichweite: 530 km