“Zwei Marinen, eine Mannschaft – two navies, one crew“

Quelle: Royal Navy und „Deutsche Marine Blog“/Facebook

Britische „Wildkatze“ zur Ausbildung auf der „Lübeck“

Der neueste Hubschrauber der britischen „Fleet Air Arm“ hat nach siebenwöchiger intensiver Ausbildung bewiesen, dass er mit der Deutschen Marine in den Einsatz gehen kann.
Ein Wildcat-Hubschrauber vom Royal Navy Fliegerhorst Yeovilton begleitete die Fregatte „Lübeck“ durch dessen Einsatzausbildungsprogramm. Zum ersten Mal wurde der neueste einsatzbereite Hubschrauber der Royal Navy auf einer ausländischen Einheit eingeschifft.
Nachdem es zu Problemem mit Rissen im Heckausleger der „Sea Lynx“-Bordhubschrauber kam, suchte man Unterstützung bei verbündeten Seestreitkräften. Darauf bot sich das 815. Naval Air Squadron (NAS) mit einen ihrer neuen Wildcat-Hubschrauber als Ersatz an.
Nur ein Mitglied des 11-köpfigen Teams von Piloten und Technikern war ein fließend Sprachkundiger. Der Rest durchlief täglich je drei Stunden Deutschunterricht für fünf Monate (Operation Language Barrier), während die Luftfahrzeugbesatzung, vor der Einschiffung auf die „Lübeck“, gleichzeitig vom „Lynx“ auf die „Wildcat“ umgeschult wurde.
Der „Wildcat Flight“ verbrachte den Winter auf dem deutschen Marinefliegerhorst Nordholz (dem Äquivalent zu RNAS Yeovilton) und in Wilhelmshaven (Deutschlands Portsmouth), um den ersten Eindruck von der direkten Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine zu erhalten.
Ende April waren die Marineflieger endlich bereit, sich der „Lübeck“ anzuschließen, welche das „Operational Sea Training“ bei der Royal Navy vor Plymouth durchlief.
Das Flugdeck der „Lübeck“ fanden die Marineflieger „gefährlich schmal“, aber nicht so eng wie den Hangar, der Wildcat -Hubschrauber hatte in ihm gerade mal 15 Zentimeter Luft vorn und hinten.
Gemeinsam gingen Fregatte und Hubschrauber dann durch die harte Ausbildung: Brandabwehr, Abwehr von Luft- und U-Bootangriffen, reagieren bei Katastrophen an Land, durchführen von Geleitschutz und vieles mehr. Unterbrochen wurde die Ausbildung von den ruhigen Wochenenden im Hafen, wo die britischen Kameraden dann auch das „Einlaufbier“ kennenlernen durften.
Laut Fregattenkapitän Matthias Schmitt, Kommandant der „Lübeck“, sind die Briten und Deutschen „ein wirklich großartiges Team, auf dass ich mich verlassen kann, auch nach einigen anfänglichen Sprachschwierigkeiten“.
„Um es der britischen Crew leichter zu machen, sich an das tägliche Leben an Bord zu gewöhnen, wurden alle Lautsprecherdurchsagen auf Englisch wiederholt“, so Schmitt.
„Es wurde viel Deutsch gesprochen, etwas Englisch und manchmal „Denglisch“ – und wenn sie die richtigen Worte gar nicht finden konnten, wurden Hände und Füße benutzt.“
Die häufigste und geläufigste Lautsprecherdurchsage lautete während der Ausbildung: Achtung, Wildkatze! Action Wildcat!

Eigentlich sollte die „Wildkatze“ auch für den nachfolgenden Einsatz an Bord der „Lübeck“ verbleiben, doch aufgrund operativer Gründe kann der Hubschrauber die Fregatte nicht zum SNMG 2 Einsatz in der Ägäis begleiten.
„Unser deutsches Abenteuer war eine enorme Herausforderung und wir sind am Boden zerstört, dass es aufgrund operativer Gründe verkürzt wurde“, sagte „213 Flight“ Commander Lt Oliver Brooksbank.
„Aber wir haben bewiesen, dass wir einen brandneuen Hubschrauber in einer anderen Sprache auf bzw. von einem ausländischen Schiff einsetzen können – und das ebenso effektiv wie auf einem Schiff der Royal Navy. „Wildcat“ und „Lübeck“ waren ganzheitlich integriert, kompatibel und bereit für weitere NATO-Aufgabenzuteilung.
Zwei Marinen, eine Mannschaft – „two navies, one crew“ – war unser Motto für die ganze Mission und wohin immer auch die Royal Navy uns schicken mag, hoffen wir, mit der Deutschen Marine auf diesem Weg zu arbeiten.“

 

„213 Flight“ kehrte gutgelaunt zum britischen Stützpunkt Yeovilton zurück – für einen Besatzungsmitglied im besonderen Maße. Am letzten Tag auf der „Lübeck“ hatte AET (Luftfahrzeugmaschinentechniker) Anthony Cotgreave seine Freundin Rachel Jones an Bord zum Familientag eingeladen. Sie fand das Schiff größtenteils verlassen vor, mit Ausnahme des Luftfahrzeugmaschinentechnikers in seiner ersten Garnitur, der auf dem Flugdeck DIE Frage stellen wollte.
Sie sagte JA zum Heiratsantrag, worauf sich das Hangartor öffnete und der Rest des Hubschrauberteams mit Champagnergläsern erschien.

 

 

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