{"id":88,"date":"2017-07-14T11:06:53","date_gmt":"2017-07-14T09:06:53","guid":{"rendered":"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/?page_id=88"},"modified":"2017-07-23T14:08:59","modified_gmt":"2017-07-23T12:08:59","slug":"bewaffnung-der-f224","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/bewaffnung-der-f224\/","title":{"rendered":"Bewaffnung der &#8222;F224&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Silhouette-1.jpg\" data-lbwps-width=\"1000\" data-lbwps-height=\"315\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Silhouette-1-300x95.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1491 size-full\" src=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Silhouette-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Silhouette-1.jpg 1000w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Silhouette-1-300x95.jpg 300w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Silhouette-1-768x242.jpg 768w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Silhouette-1-500x158.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Vorschiff befand sich ein 100-mm-Gesch\u00fctz, dahinter, h\u00f6her gesetzt, ein 40-mm-Zwillingsgesch\u00fctz. Dahinter standen zwei vierfach U-Jagd-Raketenwerfer 375 mm von Bofors. Auf den achterlichen Aufbauten auf jeder Seite ein 40-mm-Bofors-Einzelgesch\u00fctz und am Ende des Aufbaus nochmals eine 40-mm-Doppellafette.<br \/>\nAuf dem Achterdeck befand sich ein zweites 100-mm-Gesch\u00fctz. Ferner waren je zwei 533-mm-Torpedorohre hinter den vorderen Aufbauten. Mit ihnen wurden Mk 44-Torpedos verschossen. Hinter den Torpedorohren waren Minenschienen verlegt, die bis zum Heck verliefen, an dem zwei Wasserbombenwerfer installiert waren.<\/p>\n<hr \/>\n<h2><span style=\"font-size: 14pt;\">100-mm-DP-Gesch\u00fctz L\/55 Creusot-Loire<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das &#8222;DP&#8220; in der Typenbezeichnung f\u00fcr dieses 100-mm-Gesch\u00fctz ist das K\u00fcrzel f\u00fcr double purpose, also &#8222;doppelter Zweck&#8220;. Das bedeutet, dass mit diesem Gesch\u00fctz See- als auch Luftziele bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1480 alignleft\" src=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzFoto-195x300.jpg\" alt=\"\" width=\"195\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzFoto-195x300.jpg 195w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzFoto.jpg 520w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das DP-Gesch\u00fctz findet man als Standard-Rohrwaffe auf sehr vielen Kampfschiffen, besonders nat\u00fcrlich auf denen der franz\u00f6sischen Marine. Die Waffenst\u00e4nde wurden bei Creusot-Loire (ex Fa. Schneider) ab 1953 entwickelt und von etwa Anfang der 60er-Jahre bei Neubauten installiert. Das waren vor allem die damals neuen Flugzeugtr\u00e4ger FOCH und CLEMENCEAU, die von 1961 bis 1963 in Dienst gingen und als h\u00f6chste Dotierung je 8 derartige Einzelrohrwaffen des Modells 53 erhielten. Bis heute wurden die Kanonen st\u00e4ndig weiterentwickelt und mit unterschiedlichen Bezeichnungen eingef\u00fchrt. Die Form der charakteristisch abgeschr\u00e4gten Hauben blieb dabei aber unver\u00e4ndert. Erst in j\u00fcngster Zeit sieht man bei den modernen Fregatten der LA FAYETTE-Klasse &#8222;Stealth-T\u00fcrme&#8220;, bei denen die urspr\u00fcnglich senkrechten W\u00e4nde nun auch leicht schr\u00e4g stehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Einbau auf Kampfschiffen der Bundesmarine wurden \u00fcber 60 Gesch\u00fctzt\u00fcrme von Frankreich beschafft. Sie fanden Aufstellung auf den Zerst\u00f6rern der HAMBURG-Klasse (je 4), auf dem Schulschiff DEUTSCHLAND (4), auf den Fregatten der K\u00d6LN-Klasse (je 2), auf den Tendern der RHEIN- und MOSEL-Klasse (je 2) und nach Modernisierungen auch auf den alten, von der britischen Marine \u00fcbernommenen Fregatten SCHARNHORST (2), GNEISENAU (1).<\/p>\n<p>Die Waffen arbeiten automatisch und werden \u00fcber Funkmess-Feuerleit-Anlagen radargesteuert. Bei Ausfall des Leitradars k\u00f6nnen sie selbstverst\u00e4ndlich auch &#8222;von Hand&#8220; \u00fcber optische Zielger\u00e4te und mechanische Antriebe in den T\u00fcrmen gelenkt und abgefeuert werden. Je nach Ausf\u00fchrung sieht man bei den T\u00fcrmen an den schr\u00e4gen Vorderw\u00e4nden zwei Sch\u00fctzenkuppel. Auf vielen Fotos erkennt man, dass diese Kuppeln bei Nichtbesetzung der Sch\u00fctzensitze mit Blechkappen abgedeckt sind. Die Tritte zum Besteigen der Turmdecken laufen auf beiden Seiten durch. Die Waffenrohre sind wassergek\u00fchlt. Die Zuleitungsschl\u00e4uche h\u00e4ngen stets im Bogen an der Unterkante der Rohre. Die Plattform an der hinteren Turmwand kann hochgeklappt werden.<\/p>\n<p>Die leer geschossenen Patronenh\u00fclsen werden \u00fcber eine Auswerferbahn nach vorn auf das Deck geschleudert. Die Boote der K\u00d6LN-Klasse hatten ein gew\u00f6lbtes Umlenkblech, damit die H\u00fclsen nicht zu weit geschleudert werden. Die Depression der Waffen betr\u00e4gt -15\u00b0, damit sich das Schiff auch noch bei Schlagseite gegen Seeziele auf kurze Entfernung wehren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzZeichnung.jpg\" data-lbwps-width=\"1067\" data-lbwps-height=\"501\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzZeichnung-300x141.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1481 alignleft\" src=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzZeichnung-300x141.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"141\" srcset=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzZeichnung-300x141.jpg 300w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzZeichnung-768x361.jpg 768w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzZeichnung-1024x481.jpg 1024w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzZeichnung-500x235.jpg 500w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/100mmGeschuetzZeichnung.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Rohre sind 55 Kaliber lang (L\/55). Das sind hier (beim 100 mm Kaliber) exakt 5,50m. Aus einer Ladetrommel unter Deck werden die f\u00fcnfunddrei\u00dfig 23,2kg schweren Granatpatronen \u00fcber eine mitschwenkende Ladebahn der Waffe zugef\u00fchrt und die 13,5kg schweren Projektile mit einer recht hohen Schussfolge von 60 Schuss\/min und mit 870 m\/sek. M\u00fcndungsgeschwindigkeit verschossen. Bei 40\u00b0 Rohrerh\u00f6hung wird eine Schussweite von 17km erreicht. Ein Waffenstand Modell 53 wiegt komplett etwa 22t. Zur Turmbesatzung geh\u00f6ren acht Marinesoldaten: vier im Turm und vier im darunterliegenden Munitionsraum. Letztere vier laden die Patronen aus den Stellagen in den Aufzug zur Ladebahn.<\/p>\n<hr \/>\n<h2><span style=\"font-size: 14pt;\">40-mm\/L 70 Breda Mod 58<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Bundesmarine waren die 40-mm-Flak-Zwillinge vom Typ 106 mit ihren charakteristisch nach oben herausragenden Mehrladeeinrichtungen auch auf den Fregatten der K\u00f6ln-Klasse installiert. Diese Waffenst\u00e4nde waren italienische Lizenzbauten der Firma &#8222;Breda Meccanica Bresciana&#8220;, welche die urspr\u00fcnglich schwedischen BOFORS-Waffen in Einzel- (Typ 107) und Zwillingswaffenst\u00e4nden produzierte.<\/p>\n<p>Teilweise wurden die Waffenst\u00e4nde f\u00fcr st\u00e4ndig oder \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum einkokoniert gefahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsDoppelFoto.jpg\" data-lbwps-width=\"393\" data-lbwps-height=\"357\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsDoppelFoto-300x273.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1482 alignleft\" src=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsDoppelFoto-300x273.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsDoppelFoto-300x273.jpg 300w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsDoppelFoto-330x300.jpg 330w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsDoppelFoto.jpg 393w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> Im Waffenstand Typ 106 sind zwei 40-mm-BOFORS-Waffen (R\u00fccksto\u00dflader mit Fallkeilverschluss und Fl\u00fcssigkeitsbremse) mit einem Mittenabstand von 600 mm nebeneinander eingebaut. Die Luft- und Seezielbek\u00e4mpfung erfolgte mit patronierter Munition. Die Rohre sind 70 Kaliber lang. Das ergibt eine maximale Schussh\u00f6he von 8,7km sowie eine Schussentfernung max. 12,6km. Daf\u00fcr ist eine Anfangsgeschwindigkeit der 0,96kg schweren Geschosse von 1.000 m\/sek. n\u00f6tig. Die Feuergeschwindigkeit je Rohr betr\u00e4gt 240 Schuss\/min. Selbstverst\u00e4ndlich kann Einzel- und Dauerfeuer geschossen werden. Der Hand-H\u00f6henrichtbereich reicht von -20\u00b0 bis +90\u00b0; der maschinelle von -18\u00b0 bis +88\u00b0. Der Seitenschwenkbereich ist nach den Gegebenheiten an Bord begrenzt, betr\u00e4gt aber max. 360\u00b0. Die H\u00f6hen- und Seitenrichtgeschwindigkeit mit Motorantrieb betr\u00e4gt gute 95\u00b0\/sek. Der maximale Rohrr\u00fccklauf betr\u00e4gt 250 mm. Jedes Rohr entwickelt beim Abfeuern eine R\u00fccksto\u00dfkraft von 2,7 t. Die Rohrlebensdauer betr\u00e4gt etwa 2.500 Schuss. Im Rohr sind sechzehn 5,6 mm breite Z\u00fcge mit ansteigendem Drall (Anfangsdrall fast 4\u00b0, Drall an der M\u00fcndung etwa 6,6\u00b0) eingearbeitet. Der gesamte Waffenstand wiegt 6,51 t. Vorn und seitlich hat der Waffenstand einen Splitterschutz aus 5-mm-Stahlblech. Oben ist eine Rohrgarnierung angeschwei\u00dft. Eine Patrone wiegt 2,4 kg; davon die Treibladung 0,43 kg und im Geschoss sind 0,115 kg Sprengladung. Vier Patronen sind zu einem Patronenb\u00fcndel zusammengefasst. Jede der beiden Mehrladeeinrichtungen kann max. 34 Patronen aufnehmen. Zus\u00e4tzlich befinden sich in den Munitionslagern an der Hinterkante des Waffenstandes weitere 48 Patronen (12 x 4 Patronen).<\/p>\n<hr \/>\n<h2><span style=\"font-size: 14pt;\">375-mm-U-Jagd-Raketenwerfer BOFORS vierrohrig<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1487 alignleft\" src=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/U-Jagd-RaketenwerferFoto-300x213.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/U-Jagd-RaketenwerferFoto-300x213.jpg 300w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/U-Jagd-RaketenwerferFoto-423x300.jpg 423w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/U-Jagd-RaketenwerferFoto.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Der vierrohrige Werfer ist \u00e4hnlich einer Schiffskanone aufgebaut. Es gibt einen Decksdrehsockel, um den die hier kastenartige &#8222;Lafette&#8220; horizontal dreht. Das Drehgetriebe ist in diesem Kasten eingebaut. In zwei seitlichen Lagerarmen ist das Rohrb\u00fcndel vertikal schwenkbar eingeh\u00e4ngt.<br \/>\nDiese H\u00f6henschwenkung erfolgt wie bei jeder Kanone \u00fcber ein Zahnsegment und einen Ritzelantrieb. Auch dieses Getriebe ist in den Kasten eingebaut. Das Rohrb\u00fcndel hat wie fast jede Schiffskanone einen Federausgleicher. Mit einer Schwenkachse lagert er in einem Stehlager. Die Wasserbomben werden nur im Bereich zwischen 15\u00b0 und 60\u00b0 abgefeuert. Dabei wird eine eher flache Flugbahn bis zur Wasseroberfl\u00e4che angestrebt, weil so die Flugzeit am k\u00fcrzesten ist. Die Sinkzeit bis zur Detonationstiefe kommt ja noch dazu. Beim Hafen- und normalen Seebetrieb liegt das Rohrb\u00fcndel in der untersten Lage auf zwei St\u00fctzen auf und wird zus\u00e4tzlich von einer Zurrstange gehalten. So bleibt das Getriebe vor Besch\u00e4digungen gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1486 alignleft\" src=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/U-Jagd-Raketenabschuss-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/U-Jagd-Raketenabschuss-209x300.jpg 209w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/U-Jagd-Raketenabschuss.jpg 231w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/>Zum Nachladen wird das Rohrb\u00fcndel senkrecht nach oben gestellt. In dieser Stellung ist die Drehachse des Deckssockels gleichzeitig der Mittelpunkt des gedachten Teilkreises, auf dem die Rohre angeordnet sind. Die Rohrmitten sind bei Original genau 700 mm von der Drehachse entfernt. Die Rohre selbst haben einen Winkelabstand von je 36\u00b0. Im Deck ist eine mit einem Schwenkdeckel verschlossene Lade\u00f6ffnung. Das jeweilige Rohr wird exakt \u00fcber diese \u00d6ffnung geschwenkt und so kann die n\u00e4chste Rakete von unten in das Rohr geschoben werden. Ein Sperr-Riegel einer Haltevorrichtung h\u00e4lt die Rakete am hinteren Ring-Leitwerk, damit sie nicht nach hinten aus dem Rohr herausrutschen kann. Der Aufzug erfolgt elektromotorisch oder &#8211; im Notfall &#8211; auch mit Handkurbeln.<\/p>\n<p>Beim Abfeuern st\u00fctzt sich der austretende Gasstrahl gegen eine schr\u00e4gstehende Wand, die auch als Flammenschutz dient. Damit der hei\u00dfe Gasstrahl die au\u00dfenliegenden Elektrokabel nicht besch\u00e4digen kann, gibt es am Rohrb\u00fcndel und an den Seitentr\u00e4gern Schutzbleche. Die vier Rohre ragen nach vorn den gr\u00f6\u00dften Betrag ihrer L\u00e4nge frei aus dem Grundk\u00f6rper heraus.<\/p>\n<p>Der Werfer wird von einer Feuerleit-Zentrale aus ferngesteuert gerichtet und abgefeuert. Ein Richten von Hand durch Kurbeln im Bedienungsraum unter dem Werfer ist im Notfall auch m\u00f6glich. Kurz vor dem Abfeuern werden die Z\u00fcnder der Raketen ebenfalls \u00fcber die Haltevorrichtung auf die gew\u00fcnschte Detonationstiefe eingestellt. Die Raketen werden nacheinander abgefeuert, k\u00fcrzester Zeitabstand dabei 1 Sekunde. In der Literatur werden drei verschiedene Typen von WABO-Raketen genannt:<\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li class=\"liste2\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">&#8222;M\/50&#8220; 250kg, Schussweite 300 &#8211; 830m<\/span><\/li>\n<li class=\"liste2\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">&#8222;Erika&#8220; 250kg, Schussweite 600 &#8211; 1.600m<\/span><\/li>\n<li class=\"liste2\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">&#8222;Nelli&#8220; 230kg, Schussweite 1.520 &#8211; 3.600m<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>F\u00fcr den Seitenrichtbereich sind 264\u00b0 oder auch 240\u00b0 angegeben. Der Werfer (mit allen Teilen unter Deck) wiegt 7,3 t; die Flammenschutzwand 0,8 &#8211; 1 t. Die Decksplatte, mit welcher der Werfer auf dem Deck montiert ist, hat eine Gr\u00f6\u00dfe von 1870 x 2220 mm. Die Richtgeschwindigkeiten f\u00fcr die H\u00f6hen- und Seitenrichtung betragen jeweils gleich 18\u00b0\/sek. Alle vier Rohre werden in etwa 3 Minuten nachgeladen. Die F\u00f6rderanlage des Raketenmagazins kann 16 Raketen aufnehmen.<\/p>\n<hr \/>\n<h2><span style=\"font-size: 14pt;\">40-mm-Flak BOFORS Typ 107 &#8222;Breda&#8220;<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Waffenstand Typ 107 war eine 40-mm-BOFORS-Waffe (R\u00fccksto\u00dflader mit Fallkeilverschluss und Fl\u00fcssigkeitsbremse) eingebaut. Die Luft- und Seezielbek\u00e4mpfung erfolgte mit patronierter Munition. Das Rohr ist 70 Kaliber lang. Das ergibt eine maximale Schussh\u00f6he von 8,7 km sowie eine Schussentfernung von max. 12,6 km. Daf\u00fcr ist eine Anfangsgeschwindigkeit der 0,96 kg schweren Geschosse von 1.000 m\/sek. n\u00f6tig. Die Feuergeschwindigkeit betr\u00e4gt 240 Schuss\/min. Der Hand-H\u00f6henrichtbereich reicht von -20\u00b0 bis +90\u00b0; der maschinelle von -18\u00b0 bis +88\u00b0. Der Seitenschwenkbereich ist nach den Gegebenheiten an Bord begrenzt, betr\u00e4gt aber maximal 360\u00b0. Die H\u00f6hen- und Seitenrichtgeschwindigkeit mit Motorantrieb betr\u00e4gt gute 95\u00b0\/sek. Der maximale Rohrr\u00fccklauf betr\u00e4gt 250 mm. Das Rohr entwickelt beim Abfeuern eine R\u00fccksto\u00dfkraft von 2,7 t. Die Rohrlebensdauer betr\u00e4gt etwa 2.500 Schuss. Im Rohr sind sechzehn 5,6 mm breite Z\u00fcge mit ansteigendem Drall (Anfangsdrall fast 4\u00b0, Drall an der M\u00fcndung etwa 6,6\u00b0) eingearbeitet. Der gesamte Waffenstand wiegt 3,61 t. Vorn und seitlich hat der Waffenstand einen Splitterschutz aus 5-mm-Stahlblech. Oben ist eine Rohrgarnierung angeschwei\u00dft. Eine Patrone wiegt 2,4 kg; davon die Treibladung 0,43 kg und das Geschoss hat eine 0,115 kg schwere Sprengladung. Vier Patronen sind zu einem Patronenb\u00fcndel zusammengefasst. Die Mehrladeeinrichtung kann maximal 34 Patronen aufnehmen. Zus\u00e4tzlich befinden sich in den Munitionslagern an der Hinterkante des Waffenstandes weitere 48 Patronen (12 x 4 Patronen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsEinzelFoto.jpg\" data-lbwps-width=\"384\" data-lbwps-height=\"335\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsEinzelFoto-300x262.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1483 alignleft\" src=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsEinzelFoto-300x262.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"262\" srcset=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsEinzelFoto-300x262.jpg 300w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsEinzelFoto-344x300.jpg 344w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/BoforsEinzelFoto.jpg 384w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Mehrladeeinrichtung kann zum Nachladen ge\u00f6ffnet werden. Im Innern befinden sich zwei Kettentriebe, von einer Handkurbel angetrieben, um die Patronenb\u00fcndel der Ladeeinrichtung auf der Waffe zuzuf\u00fchren. Neben den Vorderkanten der Lafettenst\u00e4nder sind zwei schr\u00e4gstehende Rohre montiert. In ihnen sind entweder Gewichte oder Federn eingebaut, welche \u00fcber Stahlseile das vordere, schwerere Ende der Waffe anheben. Im Normalfall wird der Waffenstand von einer Lenks\u00e4ule an der linken Seite gelenkt, welcher einer Lenks\u00e4ule im Flugzeug \u00e4hnelt. F\u00fcllt dieser motorische Antrieb aus, so kann von den beiden Richtsch\u00fctzen auch manuell gerichtet werden. Dazu haben sie gekr\u00f6pfte Handkurbeln. Damit sie beim Normalbetrieb nicht st\u00f6ren, sind sie am Kurbelzapfen nach unten oder oben weggeklappt. Hinter den Richtsch\u00fctzen stehen die beiden Ladesch\u00fctzen in den ovalen Halteringen, damit sie bei Seegang einen sicheren Stand haben. Der hintere Teil dieser Ringe kann jeweils ge\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<p>Die leergeschossenen Patronenh\u00fclsen werden, wie \u00fcblich, durch einen Auswurfkanal nach vorn ausgeworfen. Damit sie nicht \u00fcber Bord gehen, ist auf dem Deck ein hoher Blechring aufgeschwei\u00dft, dessen Innenraum als Sammelbeh\u00e4lter dient.<\/p>\n<hr \/>\n<h2><span style=\"font-size: 14pt;\">533-mm-Einzeltorpedorohr &#8222;Toro UJ 2&#8220;<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Einzelrohre waren mit geringem Abstand auf den Seiteng\u00e4ngen hinter dem Deckshaus aufgestellt. Somit konnten die Nachladetorpedos beim Nachladen durch das jeweils vordere Rohr und \u00fcber kurze St\u00fctzb\u00f6cke zwischen den Rohren geschoben werden. Schiffbauseitig sorgen flache Sockel daf\u00fcr, dass die Drehsockel waagerecht zur Konstruktionswasserlinie stehen. Bei Deckssprung sind die Untersockel so unterschiedlich hoch, dass die hintereinander liegenden Rohrachsen in einer Flucht liegen. Das Zwischenst\u00fcck zwischen dem Drehsockel und dem l\u00e4ngeren Rohrst\u00fcck ist ein Kegelstumpf (40\u00b0 Kegelwinkel).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/TorpedorohrZeichnung.jpg\" data-lbwps-width=\"500\" data-lbwps-height=\"151\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/TorpedorohrZeichnung-300x91.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1485 alignleft\" src=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/TorpedorohrZeichnung-300x91.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"91\" srcset=\"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/TorpedorohrZeichnung-300x91.jpg 300w, https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/TorpedorohrZeichnung.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Vorn ist mit einem Flansch noch ein k\u00fcrzeres Rohrst\u00fcck angeschraubt. Der Torpedo gleitet in vier L\u00e4ngsschienen. F\u00fcr den Torpedoschuss muss die vordere Klappe ge\u00f6ffnet werden. Das macht der Torpedogast mit einer Kurbel, die auf einen Achsstummel gesteckt wird und \u00fcber eine lange Welle die Klappe \u00f6ffnet. Bei Nichtgebrauch steckt diese Kurbel auf einem Zapfen auf dem Scharnierlager. Die gleiche Kurbel wird auch ben\u00f6tigt, um den hinteren Rohrverschluss zu \u00f6ffnen. Dazu wird die Kurbel auf einen Zapfen gesteckt und \u00fcber einen Ritzelantrieb der Pressring einen kleinen Betrag verdreht. Der Torpedo wurde mit Pressluft ausgesto\u00dfen. Die verwendeten Torpedos sind relativ kurz und vielleicht nur etwa 4,60 Meter lang. Normale konventionelle 533-mm-Torpedos sind meist 7 bis 8 Meter lang.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Vorschiff befand sich ein 100-mm-Gesch\u00fctz, dahinter, h\u00f6her gesetzt, ein 40-mm-Zwillingsgesch\u00fctz. Dahinter standen zwei vierfach U-Jagd-Raketenwerfer 375 mm von Bofors. Auf den achterlichen Aufbauten auf jeder Seite ein 40-mm-Bofors-Einzelgesch\u00fctz und am Ende des Aufbaus nochmals eine 40-mm-Doppellafette. Auf dem Achterdeck befand sich ein zweites 100-mm-Gesch\u00fctz. Ferner waren je zwei 533-mm-Torpedorohre hinter den vorderen Aufbauten. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-88","page","type-page","status-publish","hentry","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/88","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/88\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/jabietz.de\/fregatte-luebeck\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}